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15. 06 | Tagesworkshop: Kritisch-materialistische Staatstheorie

Einführender Tagesworkshop
Samstag | 15. Juni 2013 | Hansa48 | Beginn 14 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein (sh.rosalux.de)

Die Frage nach dem Verhältnis zum Staat zieht sich wie ein roter Faden durch die theoretischen Debatten wie politischen Konflikte der verschiedenen linken Strömungen seit dem 19. Jahrhundert. Die Antworten reichen von der radikalen Ablehnung des Staates über die öffentlich-kritische Begleitung staatlicher Politik bis hin zum unverblümten Staatsfetischismus.
Vielen linken Staatsverständnissen – auch denjenigen, die über unreflektierte Alltagsvorstellungen hinaus gehen – ist dabei nicht sonderlich viel abzugewinnen. Orthodoxe Marxist_innen und Leninist_innen aller Art missverstehen den Staat als direktes Instrument der ökonomisch herrschenden Klasse zur Unterdrückung der Arbeiter_innenklasse. Sie träumen davon, den Spieß auf dem Weg zum Kommunismus einmal umdrehen zu können, steuern damit aber systematisch in den autoritären Staatssozialismus. Sozialdemokrat_innen und Linkskeynesianer_innen schließlich verstehen den Staat als klassen- und schichtübergreifenden Organisator, mit welchem vermittelt über demokratische Willensbildungsprozesse schrittweise ‚der Sozialismus‘ oder ’soziale Gerechtigkeit‘ verwirklicht werden könne, müssen sich aber immer wieder über die Beschränktheit sozial- und wirtschaftspolitischer Handlungsfähigkeit wundern und reihen sich nicht selten in das nationalistische Standort-Geplänkel zwischen den Nationalstaaten ein. Auch in den gegenwärtigen Protestbewegungen anlässlich der Krise des Kapitalismus wird meist die Hoffnung auf die sozialstaatliche Einhegung des Kapitalismus gepflegt und gleichzeitig die regressive Vorstellung einer vermeintlich die „Stricke der Politik“ in der Hand haltenden ökonomischen Elite aktualisiert.
Angesichts dieser ernüchternden Bilanz erscheint es um so dringender, sich mit Fragestellungen einer materialistischen Theorie und Kritik des Staates auseinanderzusetzen. So bleibt weiterhin zu klären und zu diskutieren, was die modernen Verhältnisse „Recht“ und „Staat“ nun eigentlich sind, welche spezifische Form politische Herrschaft in der kapitalistischen Gesellschaft annimmt, in welchem strukturellen Verhältnis Staat und kapitalistische Produktionsweise zueinander stehen und wie dieses sich in politische Hegemonien sowie staatliche Handlungsimperative umsetzt. Darüber hinaus stellt sich die in der marxistischen Tradition eher ausgeblendete Frage nach der Reproduktion weiterer Macht- und ideologischer Verhältnisse (Rassismus; Geschlechterverhältnisse; etc.) innerhalb und von Seiten des (demokratischen) Staates.
Der Workshop wird sich diesen Fragen nähern, indem insbesondere zwei Varianten einer kritisch-materialistischen Theorie des Staates vorgestellt und diskutiert werden: Einerseits der Ansatz einer Formanalyse des Rechts und des Staates im Anschluss an Karl Marx, Eugen Paschukanis und der so genannten Staatsableitungsdebatte; andererseits der Ansatz einer strategisch-relationalen oder Hegemonietheorie des Staates im Anschluss an Antonio Gramsci, Louis Althusser, und Nicos Poulantzas.

Das Ziel des Workshops soll es sein, die theoretischen Ansätze möglichst verständlich darzustellen und für die gemeinsame Diskussion transparent zu machen. Bestimmte Vor- oder Fachkenntnisse sind daher nicht notwendig.

Referenten: Sebastian Klauke & Helge Petersen

29.05. Philosophischer Salon: Szenische Lesung und Diskussion zu Adornos und Horkheimers Kulturindustrie

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

„Personality bedeutet kaum mehr etwas anderes als Freiheit von Achselschweiß und Emotion“ – eine Lesung und Diskussion zu Adornos und Horkheimers ‚Kulturindustrie‘ von und mit Katia Backhaus, Tobias Bartels und Katharina Marcisch.

Was das Kapitel ‚Kulturindustrie‘ aus der ‚Dialektik der Aufklärung‘ von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer so interessant macht, ist einerseits die harsche Gegenwartsdiagnose, die auch für unsere heutige Gegenwart nicht von der Hand zu weisen ist, und die teils bissige, aber vor allem klare Ausdrucksweise, die die Phänomene eines ökonomisierten Kulturbetriebs in dessen eigenen Begriffen zerlegt und präsentiert. Der Text vereint theoretische Abschnitte, die sich in den allgemeinen Ton der ‚Dialektik der Aufklärung‘ einfügen mit Beispielen, die das Hollywood-Starlet, den müden, realitätsverweigernden Kinobesucher und das grelle Schreien der allgegenwärtigen Werbung in bunten Farben als geistige Bilder entstehen lassen.
Die Lesung will ausschnittsweise die Idee der Kulturindustrie vorstellen und dabei – in ’szenischer‘ Art und Weise – bildhafte Beispiele der Kulturindustrie heute zeigen, um die Aktualität, aber auch die einprägende Realität dieser umfassenden Industrie, die mit Gefühlen und Motiven spielt, aufzuzeigen.

22.05. Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

Michael Holldorf, vom Institut für Sozialwissenschaften der CAU Kiel, Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte, wird zum Thema „Markt mal anders? Anmerkungen zur Legitimität des Marktes in Anlehnung an Axel Honneths Freiheitsidee“ sprechen.

08.05.2013 Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

Die dritte Saison des Philosophischen Salons an der FH Kiel hat begonnen. Sebastian Klauke, Doktorand an der CAU Kiel, wird zum Aufkakt des Kritischen Mai (8. Mai bis 29. Mai, einmal wöchentlich) zum Thema „Antonio Gramscis Hegemonietheorie“ sprechen:

Der italienische Marxist Antonio Gramsci (1891-1937) gilt neben Georg Lukacs und Karl Korsch als ein Erneuerer des Marxismus. Insbesondere mit seinem Hegemonie-Begriff hat er eine wichtige Grundlage für die materialistische Staatstheorie und -analyse gelegt, weshalb dieser Begriff im Zentrum des Vortrages stehen wird. Nach einer kurzen biographischen Skizze und ideengeschichtlichen Einordnung erfolgt die Vorstellung und Analyse dieses Schlüsselbegriffs des gramscianischen Denkens.

Di. 12.02.13 Dr. Kistenmachen: Antizionismus und Antisemitismus im 20. und 21. Jahrhundert | Audimax Uni Kiel Hörsaal K | Beginn 18 Uhr

Der Israel-Hass wird oft als eine Variante des Schuldabwehr-Antisemitismus wahrgenommen: Wenn Deutsche den Staat Israel mit Nazi-Deutschland gleichsetzen, wollen sie durch eine solche Relativierung Schuldgefühle abwehren. Doch die Feindschaft gegen den Zionismus ist älter und war auch in den 1920er Jahren nicht von antisemitischen Vorstellungen zu trennen. In seiner ersten großen Rede hetzte Adolf Hitler 1920 gegen Jüdinnen und Juden und gegen den Zionismus. Aber auch die antifaschistische KPD befürwortete 1929 die pogromartigen Ausschreitungen im britischen Mandatsgebiet Palästina als antiimperialistischen Befreiungskampf und distanzierte sich von den jüdischen Mitgliedern der antizionistischen Kommunistischen Partei Palästinas.

5.2.2013 Nächstes Plenum

Ort: Hansa48 | 18 Uhr

Am Dienstag den 5. Februar findet das nächste Plenum des AK statt. Interessierte Menschen sind herzlich eingeladen.

Do. 31.01.13 Dr. Wetzel – Antisemitismus in Deutschland eine Bestandsaufnahme | Audimax Uni Kiel Hörsaal K | Beginn 18h.

Der im November 2011 dem Deutschen Bundestag vorgelegte Expertenbericht zum Antisemitismus in Deutschland konstatiert, dass zwischen 15 und 20% der Mehrheitsgesellschaft antisemitische Vorurteile haben. Welche Formen von antisemitischen Stereotypen, Ressentiments und Klischees sind heute aktuell? Sind es die alten tradierten Muster antijüdischer Vorurteile, die nur in neuem Gewande erscheinen oder haben wir es heute mit ganz anderen negativen Zuschreibungen gegen Juden zu tun?

Was gesagt werden muss: Antisemitismus, antisemitische Israelkritik, Antizionismus. Eine Veranstaltungsreihe

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Grass, Augstein oder in Kiel Galtung – emotionale Debatten
über Antisemitismus sind häufig. Der Koordinationskreis gegen
Antisemitismus will mit der Veranstaltungsreihe das theoretische
Wissen über Antisemitismus fördern und zu einer Versachlichung
der Debatte beitragen.

Dazu wird es folgende Vorträge geben:

Ort: Audimax CAU Kiel Hörsaal K

Zeit: 18:00 – 20:00

Dr. JULIANE WETZEL / 31.01.2013
Antisemitismus in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme

Dr. OLAF KISTENMACHER / 12.02.2013
Antizionismus und Antisemitismus – Unterschiede und Gemein-
samkeiten im 20. und 21. Jahrhundert

MAXIMILIAN ELIAS IMHOFF / 22.02.2013
Antisemitismus in der Linken

Die Veranstaltungen werden vom Koordinationskreis gegen Antisemitimus und dem Arbeits und Aktionskreis kritischer Studierender veranstaltet.

Kooperationspartner sind Studierendenparlament und Asta der Uni Kiel, sowie die Linksalternative Liste.
Gefördert durch die Rosa-Luxemburg Stiftung Schleswig-Holstein

15.1.2013 Nächstes Plenum des AK

Ort: Hansa48 | 20 Uhr

Am Dienstag den 15. Januar findet das nächste Plenum des AK statt, auf dem die Weichen für das Jahr 2013 gestellt werden.

26.9. Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

Am Mittwoch den 26. September beginnt die zweite Saison des Philosophischen Salons an der FH Kiel. Der Themenschwerpunkt liegt auf der Kritischen Theorie. Die Auftaktveranstaltung beschäftigt sich mit der Gründungs- und Frühgeschichte der Instituts für Sozialforschung und zum Thema wird Sebastian Klauke, Doktorand an der CAU Kiel, sprechen.

„Das Institut für Sozialforschung wird stets in enger Verbindung zur sogenannten Kritischen Theorie um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wahrgenommen. Sehr viel weniger häufig wird dabei in den Blick genommen, dass Horkheimer nicht der erste Direktor des Instituts war. Carl Grünberg bestimmte für beinahe eine Dekade das Wirken des Instituts und legte dabei den Fokus auf den Erforschung der Arbeiterbewegung. Dies war auch ganz Sinne des Finanziers des Instituts, denn Felix Weil wollte den Marxismus und die Beschäftigung mit den Fragen der Arbeiterbewegung akademisch verankern. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll es um die wenig beachtete Gründungs- und Frühgeschichte des Instituts für Sozialforschung gehen.“

Weitere Informationen unter

http//www.philosophischersalon.blogsport.de




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