Archiv der Kategorie 'Kolloquium WS 2009/2010'

25.11.09 Prof. Dr. Alex Demirovic: Kritisch-materialistische Staatskritik

Bei der am 25.11., dem kommenden Mittwoch stattfindenden Veranstaltung wird sich Prof. Dr. Alex Demirovic mit kritisch-materialistischer Staatstheorie beschäftigen. Als vorbereitende Literatur hat Herr Demirovic folgende Titel vorgeschlagen:

Wissel, Jens; Wöhl, Stefanie (Hrsg.): Staatstheorie vor neuen Herausforderungen – Analyse und Kritik (2008)
Christina Kaindl: Kritische Wissenschaften im Neoliberalismus (2005)
Alex Demirovic: Nicos Poulantzas – Aktualität und Probleme materialistischer Staatstheorie (2007)

Prof. Dr. Demirovic beschäftigt sich schwerpunktmäßig vor allem mit Staats- und Demokratietheorien. Es geht ihm u.a. um eine fruchtbare Weiterentwicklung der Theorien, Ideen und Gedanken der kritischen Theorie, hier vor allem in Anschluss an Horkheimer und Adorno, darüber hinaus beschäftigt er sich mit Marx, Gramsci und Poulantzas. Die Frage von Demokratie und Herrschaft steht mit im Zentrum seiner Überlegungen.

19.11.09 Dr. Hans-Jürgen Bieling: Kritische Betrachtung der EU

Bei der am 19.11.09 stattfindenden Veranstaltung wird sich Dr. Hans-Jürgen Bieling von der Universität Marburg kritisch mit der Europäischen Union und der europäischen Integration auseinandersetzen.

Der Vortragende beschäftigt sich wissenschaftlich schwerpunktmäßig mit der Europäischen Integration, der Internationalen Politischen Ökonomie sowie mit Politik-, Staats- und Gesellschaftstheorie. Zusammen mit Prof. Dr. Frank Deppe leitet er die Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaft (FEG) an der Uni Marburg.

Als vorbereitende Lektüre auf seinen Vortrag, hat Herr Bieling folgende Vorschläge:

Bieling, Hans-Jürgen/Steinhilber, Jochen (Hrsg.) (2000): Die Konfiguration Europas – Dimensionen einer kritischen Integrationstheorie, Münster: Westfälisches Dampfboot.
Bieling, Hans-Jürgen (2008): (Ent-)Demokratisierungsprozesse im europäischen Mehrebenensystem; in: Brodocz, André/Llanque, Marcus/Schaal, Gary (Hrsg.): Bedrohungen der Demokratie, Wiesbaden: VS-Verlag, 119-135.
Bieling, Hans-Jürgen/Deppe Frank (2003): Die neue europäische Ökonomie und die Transformation von Staatlichkeit; in: Markus Jachtenfuchs/Beate Kohler-Koch (Hrsg.): Europäische Integration, Neuauflage, Opladen: UTB, 513-540.
Bieling, Hans-Jürgen (2003): Die Europäische Union: neoliberale Handlungsarena und Kampffeld für eine progressive Politik; in: Gerald Faschingeder/Karin Fischer/Johannes Jäger/Alexandra Strickner (Hrsg): Bewegung Macht Geschichte. Globale Perspektiven der Gesellschaftsveränderung, Wien: Mandelbaum, 57-79.

10.11.09 Dr. Tadzio Müller: Soziale Ökologie – Konfliktlinie “Grüner Kapitalismus”

Raumänderung: Gebäude 2 Raum 164

Nicht wie gewohnt am Donnerstag, sondern stattdessen am kommenden Dienstag, den 10.11.09, wird uns Dr. Tadzio Müller besuchen. Der Politologe und Klimaaktivist ist derzeit tätig als externer Dozent im Fachbereich Gesellschaftswisenschaften der Uni Kassel. Bekannt ist er vor allem durch die maßgebliche Mitarbeit an der Organisation des Klimacamps in Deutschland. Vor allem angesichts der zunehmenden Relevanz umweltpolitischer und ökologischer Aspekte im Fokus des öffentlichen Diskurses und dem kommenden Großereignis des UN-Weltklimagipfels in Kopenhagen versprechen wir uns von seinem Vortrag eine vertiefende Betrachtung der Schnittstelle zwischen ökologischen und sozialen Umständen und eine Bereicherung der Diskussion inerhalb der Studierendenschaft.
Unter folgenden Links findet sich vorbereitend Informatives zum Thema, u.a. ein Beitrag des Referenten:

kurzes taz-Interview mit Tadzio Müller

„20 Thesen gegen den grünen Kapitalismus“ Tadzio Müller und Alexis Passadakis

„Vergesst Kopenhagen. Die Katastrophe ist schon da.“ Positionspapier des BUKO-Arbeitsschwerpunktes Soziale Ökologie (ASSÖ)

„Klima Casino schließen!“ Mobilisierungsbroschüre zum Klimagipfel in Kopenhagen

5.11. Markus End: Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments – Wie dem Rassismus gegenüber Sinti und Roma bzw. diesen antiziganistischen Zuständen begegnen ?

Bei der Veranstaltung am kommenden Donnerstag wird uns einer der Herausgeber des im Unrast Verlag erschienen Buches „Antiziganistische Zustände Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments“, Markus End, ebendieses präsentieren. Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als »Zigeuner« diskriminiert und teilweise verfolgt. Gleichzeitig mangelt es an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht. Dieser Sammelband soll zu einer breiteren und differenzierteren Diskussion und Kritik des Antiziganismus beitragen.
Markus End lebt in Berlin und promoviert zu Semantiken des Antiziganismus. Von ihm ist u.a. ein Artikel in der aktuellen Phase 2 erschienen in dem er sich mit der antiziganistisch aufgeladenen Berichterstattung der Hauptstadtpresse beschäftigt, als diese im Mai diesen Jahres über eine ca. 60 köpfige Gruppe Roma berichtete. Einen den Ablauf des Geschehens genauer beschreibenden Artikel findet ihr hier.
Nun noch ein paar Hinweise auf Lesenswertes:

Bleiberecht auf Abschiebung

Die Geschichte der Roma

Themenschwerpunkt Antiziganismus in: „HUch! Zeitung der Studentischen Selbstverwaltung“ der Humboldt Uni Berlin u.a. enthalten ist ein Interview mit unserem Referenten

Walk on, with hope in your heart… Veranstaltungsreihe geht weiter und beginnt mit Balkan Beatz Party am 31.10.09.

Trotz Semester“ferien“ waren wir nicht beschäftigungslos. Wie in den vergangenen zwei Semestern soll auch dieses Semester an der Kieler Uni Raum geschaffen werden für Themen die im politischen und sozialen Alltag keinen Platz haben, aber haben sollen. Der bisherige Plan umfasst vielerlei politische Themen rund um kritische Gesellschaftsanalyse, aber aber auch sozio- kulturelle Formen wie Kabarett. Genaueres folgt in kürze.

Was aber schon zu bewerben ist, sind die ersten Veranstaltungen, welche zusammen mit der Konzertgruppe Rebeltias koordiniert werden. Nach dem großen Erfolg der letzten Balkan Beatz Party in der Hansastraße 48 wollen wir diese wiederholen am 31.10.09, vorher gibts noch einen sehenswerten Film zur Diskrimierung von Roma und Sinti und in der Woche danach eine Lesung zum gleichen Thema.

Die Balkan Beatz-Reihe
organisiert vom AK Kritischer Studierender und den Rebeltí@s

31. Oktober Hansafilmpalast 20 Uhr
„Ich habe davon geträumt, Friseuse zu werden“
Regie: Lidia Mirkovic, BRD, Jugoslawien 2008, 90 min.
Ein Film über den alltäglichen Rassismus gegen Roma in Deutschland und Serbien.

31. Oktober Hansa48 ab 23 Uhr
Balkan Beatz Party
Nach einer kurzen Verschnaufpause legt Dzoni als DJ Romavilo zum tanzengeborene Balkan Beatz und Gypsy Melodien auf, die sich mit ihren treibenden Breakz und Rhythmen wie Musik gewordene Bewegung anhören. Wir wollen an den Erfolg des letzten Mals mit über 250 Gästen anknüpfen!

5. November Uni 18 Uhr
Antiziganistische Zustände
Lesung und Diskussion zu antiziganistischen Ressentiments mit Autoren des Buches „Antiziganistische Zustände – Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments“ (Unrast)

7. November Alte Meierei ab 21 Uhr
Kultur Shock
Nach langer Abstinenz dürfen wir Kultur Shock endlich wieder in der Alten Meierei begrüßen. Und es ist einiges passiert in den letzten drei Jahren: Kultur Shock sind mittlerweile auf sieben MusikerInnen gewachsen und sie präsentieren nach We came to take your jobs away ihre neue Studioplatte Integration (ein Review dazu auf der Kultur Shock Bandseite).
Die Mitglieder der Band kommen aus Bosnien, Bulgarien und den Staaten. Gino Srdjan Yevdjevich singt – mal verzweifelt, meist hoffnungsvoll – gleich auf bosnisch, serbisch, kroatisch, rumänisch, bulgarisch und englisch. Doch ist die wilde Mixtur von Kultur Shock keineswegs auf Balkan-Folk zu reduzieren, stürzt der Sound dampfwalzenartig und so dermaßen abwechslungsreich explosiv und rockig über unsere Köpfe, dass mensch nur noch schmunzelnd den Kopf schütteln kann, und vor Begeisterung so etwas wie „wow“, „genial“, „unglaublich“, „Wahnsinn“ oder „wahrscheinlich!?!“ herausbekommt.

7. November Alte Meierei ab 0 Uhr
Robert Soko and the Balkan Beats
Im Anschluss heizt uns Robert Soko mit seinen Balkan Beats ein: Als damaliger Taxifahrer fing ich an, sporadisch Musik in der Kreuzberger Kneipe Arcanoa aufzulegen. So hat es begonnen. Aus Spaß feierte ich mit anderen Ex-Yugos die alten sozialistischen Feiertage, die nicht mehr gefeiert wurden. Das nannte ich Cultur-Recycling. Diese Idee kam gut an bei den jungen Flüchtlingen und im Laufe der Zeit besuchten immer mehr Menschen unsere „Partys”. Es hat sich halt herumgesprochen. Und das war die Geburtsstunde der „BalkanBeats”. Ich fand den Namen zu unseren „Aktivitäten” passend. Am Anfang aber war die Frage: Nennen wir es BalkanBeast oder BalkanBeats, die Beats haben dann doch gewonnen. Und so wie es heute aussieht, ist der Begriff BalkanBeats eine Genre-Bezeichnung, eine Musikrichtung, die in ganz Europa benutzt wird und ich bin halt sehr froh darüber.




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