Archiv der Kategorie 'Kolloquium SoSe 2009'

nächsten Mittwoch 08.07: Daniel Kulla_ Vortrag und Party

Am kommenden Mittwoch, dem letzten Kolloquium für dieses Semester beehrt uns Daniel Kulla, seines Zeichens passionierter Tramper, Autor und Breakcore-DJ und referiert über „Entschwörungstheorien“ (sein gleichnamiges Buch erschien 2007)

Entschwörungstheorie – Niemand regiert die Welt

Bei Daniel Kullas “Entschwörungstheorie” handelt es sich ebenso wenig wie bei Verschwörungstheorie um eine wissenschaftliche Theorie. Es wird vielmehr um eine aufklärerische Strategie gehen, die das Problem des Verschwörungsdenkens besser als bisher zu fassen bekommen soll. Dazu wird zu unterschieden sein zwischen US-amerikanischem Verschwörungspop wie etwa “Akte X” und der eigentlich gefährlichen Verschwörungsideologie, dem Konspirationismus; zwischen den Verschwörungstheoretikern, den Kolportierenden und der davon beeinflußten Öffentlichkeit; zwischen den konkreten Inhalten der Verschwörungstheorien und den Schnittstellen zu anderen Ideologien.

Der Konspirationismus wird erkennbar als Anmaßung von wissenschaftlicher Geltung, rhetorischer Autorität und politischem Amt, als umfassende Travestie, die jedweder antiemanzipatorische Praxis als Brandbeschleuniger dient und mit der sich immer wieder Risse in erschütterten Weltbildern kitten lassen.

Aus der Fragestellung nach den historischen Voraussetzungen für die Entstehung und Entwicklung des modernen Konspirationismus können die Bedingungen bestimmt werden, die gegenwärtig den Einfluß des Verschwörungsdenkens begünstigen. Ebenso werden daran die Möglichkeiten der Entschwörung meßbar, deren Hauptpotential Kulla in der Kritischen Theorie, im Diskordianismus und in der kollektiven Wissensproduktion des viel geschmähten Internet ausmacht.
Blog von Kulla

Nach dem Vortrag wird es dann einen kleinen AK-Semester-Abschluss-Rave geben:

Ab 22 Uhr wird Daniel aka Classless Kulla seine Fahigkeiten an den virtuellen Plattentellern unter Beweis stellen und aggressiv sägende bis loungig verspielte Loops und Breaks durcheinanderwirbeln. Stattfinden wird das Ganze in der wunderschönen Schaubude (einen Dank an Dicki, dass das alles so kurzfristig geklappt hat!)
Eintritt kostet 2,50 und jeder Besucher bekommt eine kleine Überraschung am Eingang. Seid gespannt! Und erscheint zahlreich.

Roger Behrens. Die Linke und Popkultur

Wie ist das Verhältnis von Pop und Linker(- kultur?)? Was heißt PopKultur und wie verortet sich eine Linke Strömung in dieser?

Es wird versucht die verschiedenen Begriffe zu Untersuchen und Zusammenführen. Daraus sollen Thesen entwickelt werden warum Pop a-national, Popkultur international und eine Poplinke merkwürdig national ist.

Roger Behrens ist Sozialwissenschaftler und Verfechter der Krtischen Theorie. Er lehrt an verschiedenen Universitäten und produziert regelmäßige Radiomagazine zu Kritischer Theorie.

Ein Einblick in Roger Behrens digitales Wohnzimmer

Behrens, Roger: Die Rückkehr der Kulturindustriethese als Dancefloorversion. Zur Dialektik materialistischer Pop‑ und Subkulturkritik

Behrens, Roger: Adornos Rap. Die Kulturindustriethese in Neuerscheinungen und ein Exkurs über HipHop

Werner Pomrehn: Beitrag zur Entmystifizierung der Politik

Während das politische Tagesgeschäft eine sachliche Angelegenheit ist – sind politische Ideen ideologisch begründet. Die Aufgabe der Ideologiekritik ist es, die zugrundeliegenden Interessen zu untersuchen und zu kritisieren.
In politischen Umbruchsituationen, daß sind solche, die später einmal die Geschichtsbücher füllen werden, gewinnen Myhtenbildungen über die Ideologien die Oberhand. Mythen sind die weiterwirkenden Ideen (dann entkleidet ihrer Befreiungskraft), ließe sich sagen, sobald die Idee an ihr Ende gekommen ist. Sie sind umgeschlagen in ihr Gegenteil, die Herstellung und Festigung von Herrschaft). Beispielsweise war der real existierende Sozialismus der Mythos der Emanzipation bzw. der sozialen Befreiung, wozu deren Idee verfolgt und unterdrückt werden werden mußte. Beispielsweise ist die „friedliche Revolution“ von 1989 ein Mythos, an den sich anknüpfen ließe, wenn die Idee die seinerzeit die Oberhand gewonnen hat, ihres Interesses überführt wäre.
Soziale Bewegungen bedienen sich und werden getragen von Mythenbildungen, sobald sie sich im Niedergang befinden („weißt Du noch?….“). Politischer Symobolismus tritt an die Stelle der politischen Handlung, damit verlieren Bewegungen ihre Einwirkungs- und Veränderungskraft.
Die Macht der Symbole geht an das gegnerische Lager über – es fehlte die Idee, wo es an der Analyse mangelte.
Am Mittwoch Abend erwartet uns eine Betrachtung dieser Grundaussagen anhand einiger, vielleicht zweier Beispiele aus aktuellen „autonomen Bewegungen“ sowie der revolutionären Situation im Iran.
Anknüpfend auch an das erste Referat beim AKKiel, Intervenierende Gegenöffentlichkeit, hier „das Zeichen“ sowie „konkretes intervenieren im Apparat der Medien“.

Literatur:
Bevc, Tobias: Kulturgenese als Dialektik von Mythos und Vernunft. Ernst Cassirer und die Kritische Theorie. Würzburg 2006
Hörbeispiele:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=28715
(Zur Situation im Iran)

Iran: Analyse und Geschichte; deutsche Politik und Interessen:

Werner Pomrehn und Roger Behrens im Gespräch über den „Mythos“

17.06.09 Teilzeit für Alle: Die Vier-in-Einem-Persepktive (Prof. Dr. Frigga Haug)

Die Vier-in-Einem-Perspektive. Eine Utopie von Frauen, die eine Utopie für alle ist.

Dies ist ein Politikvorschlag an die neue Linke. Es geht dabei um Gerechtigkeit bei der Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Entwicklungschancen. Lange Zeit wurden politische Projekte in diesen vier Bereichen getrennt verfolgt. Funktion der Verknüpfung ist es, einen Kompass zu liefern, der für die unterschiedlichen Projekte auf einen Zusammenhang orientiert und in dieser Bündelung wahrhaft kritisch, ja revolutionär ist, während jedes für sich genommen früher oder später zu versanden pflegt. Dabei wird davon ausgegangen, dass wir nicht zuwenig Arbeit haben, wie dies offiziell politisch verkündet wird und praktisch auch als Arbeitslosigkeit von so vielen gelebt wird, sondern dass wir umgekehrt in Arbeit geradezu ersticken. Der Schein von zu wenig Arbeit verdankt sich der offiziellen Nichtwahrnehmung der meisten notwendigen Tätigkeiten in der Gesellschaft, weil sie keinen Profit bringen. (mehr…)

Freitag 12.06. (Vortrag) und Samstag 13.06. (praktische Computer Befreiung) „Freiheit im Informationszeitalter“

Eine Einführung in die Bedeutung freier Software

Ab Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts begannen Softwarefirmen ihre Programme nicht mehr mit dem Quellcode auszuliefern, der notwendig ist, um Änderungen an der Software vorzunehmen. Für Richard Stallman, damals Programmierer am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und andere Angehörige der Programmier-Avantgarde, war diese Entmündigung des Anwenders nicht hinnehmbar. Mitte der 80er Jahre gründete Richard Stallman die Free Software Foundation, um ein freies Betriebssystem zu programmieren. Basierend auf den ethischen und technischen Grundlagen
dieser Vereinigung entstanden viele beliebte Softwareprojekte, wie zum Beispiel Firefox, OpenOffice oder ganze Betriebssysteme, die unter dem Sammelbegriff GNU/Linux populär geworden sind.

Der Vortrag widmet sich vor allem der Frage, warum auch für jeden normalen Endanwender die Benutzung von propertierer (closed source) Software ein technisches, wie auch ethisches Problem darstellt, zu dessen Lösung lediglich die Wahl besteht, entweder freie Software zu benutzen oder auf einen Computer zu verzichten.

Diese Veranstaltung findet wie gewohnt in der OS 75, Gebäude 2, Raum 23 statt und soll eine theoretischen und inhaltlichen Einblick gewähren wobei es am darauffolgenden Samstag den 13.06. um die praktische Umrüstung eurer Rechner und Laptops auf Linux geht. Dabei wir euch unserer Referent Timo mit praktischen Tipps zur Seite stehen, damit bei der Umstellung hoffentlich nichts schief geht. Stattfinden wird diese praktische Computer Befreiung in den Büroräumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Exerzierplatz 34. Das ihr dann eure Laptops bzw. Rechner mitbringt erklärt sich ja wohl von selbst. Für Kaffe/Kuchen und Getränke wird gesorgt und losgehen wird es ab 13:00.

10.6.2009 Sinn und Unsinn von Bildungsstreiks – Evaluation des vergangenen Bildungsstreikes

Wie immer von 18-20 Uhr in der Olsausenstraße 75, Geb. 2., Raum 23.
Es gibt einen Vortrag nachdem dann fleißig über Bildungsstreiks im Allgemeinen und Besonderen diskutiert werden soll. Also: alle Anregungen zum Thema Bildungsstreik von euch sollten dabei einfließen. Damit der Streik auch in Zukunft Erfolge feiern kann.

ACHTUNG DIENSTAG: 09.06.2009, 19:00-21:00 Uhr: Leidenschaft und Wahrheit – für einen neuen Modus der Kritik (Prof. Dr. Alex Demirovic, Berlin)

Daß die kapitalistischen Verhältnisse kritisiert werden müssen, ist
keine Frage. Die Frage stellt sich: wie? Doch die Kritik selbst ist
eine Praxis, die nicht selbstverständlich ist. Was will Kritik
erreichen? Wie verfährt Kritik? Kritik wurde in den vergangenen Jahren
ausführlich untersucht. Sie erschien erschöpft, sie wurde skeptisch
betrachtet. Denn Kritik kann autoritär werden. Sie kann das Ziel
verfehlen. Wie also kann Kritik erneut aufgenommen, wie fortgesetzt
werden? Im Vortrag wird der Vorschlag gemacht, einen neuen Modus der
Kritik zu entwickeln.

03.06.2009 Düstere Aussichten – Die Zukunft der Demokratie in der Weltgesellschaft – Prof. Dr. Hauke Brunkhorst

Düstere Aussichten – Die Zukunft der Demokratie in der Weltgesellschaft
(Sieben Thesen)
(mehr…)

Flyer – UPDATE

Auf Terminänderungen achten!

27.05.2009 MENSCHENRECHTE IN ZEITEN DES TERRORS Neue Sicherheitsarchitektur für den täglichen Ausnahmezustand? – Dr. Rolf Gössner

MENSCHENRECHTE IN ZEITEN DES TERRORS
Neue Sicherheitsarchitektur für den täglichen Ausnahmezustand?
Informationsveranstaltung und Diskussion mit
Dr. Rolf Gössner (Rechtsanwalt/Publizist, Vizepräsident der „Internationalen Liga für Menschenrechte“)

Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11.9.2001 übertrafen sich Parteien und Sicherheitspolitiker gegenseitig mit Gesetzesvorschlägen, die der Sicherheit der BürgerInnen dienen sollen, aber mit Sicherheit ihre Freiheitsrechte einschränken. 2002 sind die „Antiterror“-Pakete in Kraft getreten. Mit diesen Gesetzesverschärfungen wurden u.a. Polizei- und Geheimdienst-Befugnisse ausgeweitet, Sicherheitsüberprüfungen von Arbeitnehmern auf „lebens- und verteidigungswichtige Betriebe“ ausgedehnt, „biometrische Da­ten“ in Ausweispapieren erfasst und Migranten unter Generalverdacht gestellt und einer noch intensiveren Überwachung unterzogen. (mehr…)




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