Achtung! Achtung! 12.06.2014 19:00 Uhr in die Hansastraße 48

Am Westring nichts Neues?

Willkommen zurück zum Sommersemester. Alles wie immer: Akute Wohnraumprobleme, Sparzwang und miese Studienbedingungen…

Zumindest für ersteres hat das Studentenwerk schonmal eine Lösung entwickelt: Wer zu Semesterbeginn keine bezahlbare Wohnung findet kann im Rahmen von „Wohnen gegen Hilfe“ gegen Sorgearbeiten ein Zimmer im Altenheim beziehen. StudentInnen werden so in V erdrängungskämpfe gegen prekäre PflegehelferInnen gezwungen. Dass solche
Modelle entwickelt und angenommen werden, wundert nicht: Schon lange reicht der bezahlbare Wohnraum auch für StudentInnen in Kiel nicht
mehr aus. Klar, denn jedes Jahr kommen mehr StudienanfängerInnen an die Hochschulen Eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung hat es nicht gegeben. Ähnlich sieht es mit der
Infrastruktur aus.

An’s Kuscheln kann man sich schon im Bus gewöhnen: Überfüllte Hörsäle, in denen die Treppe noch ein komfortabler Platz ist, sind erstmal nur unbequem. Pflichtseminare mit 60 und mehr StudentInnen schaffen vieles, aber kein tolles Lernklima. Sie sind aber immer noch besser, als per Zufallsgenerator aus dem dringend benötigten Kurs zu fliegen und dann zwei Semester länger das Studium finanzieren zu müssen.

Es ist wie überall: Sparen lautet die Devise. Nur weil heute z.B. 6500 StudentInnen mehr an der Uni studieren als 2005, bedeutet das noch lange nicht, dass dafür auch nur eine neue Stelle in der Lehre geschaffen werden muss. Die Öffnungszeiten und Ausstattungen der Bibliotheken sind mehr als dürftig. Dass in manchen Hörsälen ein Teil der Sitzplätze unbrauchbar ist und manche Seminarräume besser mit Helm betreten werden, zeigt darüber hinaus einen enormen Sanierungsbedarf. Das Land Schleswig-Holstein hat halt kein Geld, heißt es durchgehend.

Dabei liegt das Problem doch eigentlich ganz anders. Die Behauptung, es gibt kein Geld für nix wird ad absurdum geführt, wenn man die Vermögensverteilung in Deutschland betrachtet: Das Nettoprivatvermö gen beträgt rund 7,5 Billionen Euro, davon besitzt allein das reichsteZehntel rund die Hälfte des Gesamtvermögens. Im Gegensatz dazu entfällt auf 50% der Menschen nur 1% des Gesamtbesitzes.Es liegt der Schluss nahe, dass sich die Logik des Sparwahns hervorragend mit der seit langem laufenden Umverteilung von unten nach oben verträgt.

Prekäre Arbeitsbedingungen treffen dabei natürlich zuallererst sozial benachteiligte Menschen: wer von uns weiß schon, was die Reinigungs- oder Mensakräfte verdienen und wie ihre Arbeitsbedingungen aussehen? Aber auch StudentInnen, die in windigen Nebenjobs ihr Studium finanzieren oder AbsolventInnen, die sich schon mal auf unbezahlte Praktika, befristete Jobs und Bezahlung unter oder Arbeit ganz ohne Tarifvertrag einstellen können.

Und während zumindest das Studium selbst früher oft als Lebensphase der Selbstfindung fungierte und Raum bot, sich auszuprobieren, stehen heute permanenter Noten- und Leistungsdruck und die schnelle und somit für die öffentlichen Kassen finanziell günstige Berufsausbildung im Zentrum: Schnell rein, straight durchstudieren, schnell raus und ab auf den Arbeitsmarkt. Aber wir wollen studieren, ohne uns kaputt zu machen, wollen keine „Lehrpläne“, sondern selbst bestimmen können, welche Veranstaltungen wir besuchen und wie lange wir studieren – ohne Sorge um die Kohle.

Wir wünschen uns gesellschaftskritische Lehre und Wissenschaft – keine bloße Reproduktion der herrschenden Ideologie.

Also alles Scheiße? Nicht mit uns! Unsere Studien- und Lebensbedingungen werden nur dann besser, wenn wir gemeinsam aktiv werden, uns in den (Uni-)Alltag einmischen und Bewegung in den Laden bringen.

Deshalb laden wir zu einem offenen Treffen am

12.06.2014 19:00 Uhr in die Hansastraße 48





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