Freitag 27.01. Richard Gebhardt: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen …“ – Der Fall Sarrazin und die Krise der Repräsentation

Heftig wird seit über einem Jahr darüber debattiert, ob das Buch des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin
rassistische und sozialdarwinistische Passagen enthält. Gestritten wird auch über die Grenzen der Meinungsfreiheit: Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland stellte das Ex-Vorstands-Mitglied der Bundesbank in die Traditionslinie der NPD, den Zentralrat der Muslime nannte Sarrazin gar einen “Nazi im Nadelstreifen”. Auch Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff schalteten sich in die Debatte ein.

Offenkundig trifft der Bestseller einen Nerv der öffentlichen Meinung: Zahllose Kommentare in den Internetforen und Leserbriefe zeigen, welch große Zustimmung Sarrazins Kritik an der deutschen Integrationspolitik und an “Multikulti” – Konzepten erfährt.

Dieses prominente Beispiel wirft Fragen auf: Welche Aussagen sind als “rassistisch” zu bewerten? Welche Verbreitung haben
“ausländerfeindliche” Positionen gerade in der so genannten Mitte der Gesellschaft? Gibt es tatsächlich politisch korrekte
Denkverbote in Deutschland? Und warum sind jene so erfolglos, die behaupten, die „Partei zum Buch“ zu sein?

Der Vortrag untersucht anhand der Bruchlinien der Sarrazin-Debatte die Krise der Repräsentation in Deutschland.

Der Referent Richard Gebhardt ist Politikwissenschaftler an der RWTH Aachen und freier Journalist. Mit Dominik Clemens hat er zuletzt den Sammelband “Volksgemeinschaft statt Kapitalismus – zur sozialen Demagogie der Neonazis” (Köln 2009) publiziert.

Hier ein Text von Richard Gebhardt zum „Fall Sarrazin“

am 27.1. um 18:00h, Uni OS40 Alte Mensa, kleiner Hörsaal





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