Archiv für November 2011

01.12. Republikanischer Sozialismus – Zur sozialistischen Theorie demokratischen Wandels

Am Donnerstag den 1. Dezember wird Dr. Matthias Lemke vom Institut für Politikwissenschaft, Lehrstuhl für Politische Theorie
der Universität Duisburg-Essen einen Vortrag zum Republikanischen Sozialismus halten.

Ort: Uni Kiel | Alte Mensa | kleiner Hörsaal | 18 Uhr

In Kooperation mit der Fachschaft Politikwissenschaft der Uni Kiel

„Der Sozialismus kennt als einzige Ideologie sowohl eine freiheitliche wie auch eine totalitäre Variante. Dabei haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die demokratischen Sozialismusentwürfe gegenüber den kommunistischen durchgesetzt. Mit Blick auf die Auseinandersetzung über die Versuchung revolutionärer Gewalt, wie sie insbesondere in Deutschland von Eduard Bernstein und Karl Kautsky intensiv geführt worden ist, stellt sich die Frage: Worin liegen die Gründe für diesen
langfristigen Erfolg der Allianz von Demokratie und Sozialismus?“

Literaturtipp: Matthias Lemke: Republikanischer Sozialismus. Positionen von Bernstein, Kautsky, Jaurès und Blum, Frankfurt/Main 2008.

„Antifa – Geschichte und Organisierung“

Buchvorstellung mit Moritz Krawinkel u.a.

03.12. | Hansa 48 | 15 Uhr

Gemeinsame Veranstaltung mit der Autonomen Antifa Koordination Kiel und in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein.

Aus dem Inhalt: „Antifaschismus ist eines der zentralen Aktionsfelder der radikalen Linken in Deutschland: In fast jeder Klein- und Großstadt existierten Antifa-Gruppen, viele Jugendliche finden über die Jugendantifa zu linksradikaler Politik und immer wieder machen militante Aktionen gegen Nazis und ihre Aufmärsche von sich reden.
Doch was zeichnet diesen autonomen Antifaschismus aus? Wo liegen seine historischen Wurzeln und theoretischen Bezugspunkte? Die Endphase der Weimarer Republik, in der die historische Antifaschistische Aktion entstand, ist kaum mit den heutigen Bedingungen der autonomen Antifa zu vergleichen. Dazwischen lag nicht nur der Bruch, den Nationalsozialismus und Shoah für jedes linksradikale Engagement in Deutschland bedeuteten; auch die Entwicklungen in der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland schufen jeweils neue historische Bedingungen, denen sich revolutionäre AntifaschistInnen stellen mussten. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch die, in Max Horkheimers Diktum «Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen» formulierte Position gegen die kapitalistische Gesellschaft und eine Perspektive auf Überwindung aller Herrschaftsverhältnisse.
Gegenstand dieses Buches sind also die Entwicklungen und Brüche in Theorie, Organisierung und Praxis jenes Verständnisses von Antifaschismus, das Ende der 1980er Jahre in der Formel des «revolutionären Antifaschismus» auf den Punkt gebracht wurde und bis heute in zahlreichen Antifa-Gruppen bundesweit in weiterentwickelter Form Ausdruck findet.“

Das Buch von Mirja Keller, Lena Kögler, Moritz Krawinkel und Jan Schlemermeyer ist in der theorie.org-Reihe erschienen.
Siehe: http://www.theorie.org/titel/665_antifa

Rave against Repression.19.11.11.23h.Hansa48.

rave

Ort: Hansa 48, Hansastraße 48, Kiel
Time: 19.11.11 ab 23h

electro/drumnbass/noise/techhouse/soulgroove:

DJ’s:
ill-mannered & Aguirre (somarausch)

+chillout floor

eintritt: vier€ [+ein€ soli*]

*soliparty für den akkiel und für betroffene von staatlichen repressionen während der antifaschistischen proteste in dresden im februar 2011.

http://akkiel.blogsport.de/

…::::come in and dance on::::…

„Die Werttheorie des Postoperaismus – Darstellung, Kritik und Annäherung“

Vortrag mit Philipp Metzger (Frankfurt)

15.11.2011 | Uni Kiel | Alte Mensa | kleiner Hörsaal | 18 Uhr

Vorgestellt wird die Arbeit von Philipp Metzger, in welcher er die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrundeliegenden geschichtsphilosophischen Prämissen analysiert. Angesichts der zunehmenden Bedeutung ›immaterieller Arbeit‹ im postfordistischen Kapitalismus, so die These der Autoren, scheint sich die Frage nach der Gültigkeit des Marxschen Wertgesetzes zu stellen. Die Marxsche Werttheorie analysiert die Kategorie des Wertes als soziales Verhältnis und damit kapitalistische Vergesellschaftung als strukturell antagonistische. Die Frage nach dem Wert und die Debatte über die Werttheorie bewegen sich daher im Spannungsfeld von Struktur und Handlung. Michael Hardt und Antonio Negri kommen zu dem Fazit, dass das Wertgesetz, wonach Arbeitszeit Wert bildet, angesichts der neuen Produktivkräfte revidiert werden müsse. Dabei folgt aus ihrer Analyse einer neuen fragmentarischen Werttheorie, dass die immaterielle Arbeit das Potenzial für eine Art »spontanen Kommunismus« bereithalte. Diese Analysen werden darstellt und mit einer kritischen Darstellung konfrontiert. Der Referent stellt in diesem Kontext seine These vor, wonach die Autoren zu ihrer Analyse nur aufgrund ihrer ultra-substanzialistischen Interpretation des Marxschen Wertgesetzes und einer verkürzten Technikkritik kommen konnten.

Kiel: Kundgebung gegen NS-Verherrlichung und Burschenschaften, Moltkestraße

Niemand hat das Recht zu gehorchen*

Zu einem sogenannten** „Zeitzeugengespräch“ lädt die Burschenschaft Teutonia zu Kiel am Sonntag, 6.11.2011 ein. Eingeladen ist Klaus Petersen. Petersen war ab 1936 Offizier der Kriegsmarine. Mit den U-Booten 9 und 24 nahm er im Schwarzen Meer aktiv am Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion teil.

Ziel des Krieges war die Vernichtung der Zivilbevölkerung, insbesondere die der osteuropäischen Jüdinnen und Juden. Das Begehen von Kriegsverbrechen war dabei keinesfalls der SS vorbehalten – sondern geschah auch durch die Wehrmacht selbst. Auch die Kriegsmarine im Schwarzen Meer war Bestandteil der Vernichtungsmaschinerie – letztendlich war der Vernichtungskrieg nur durch massenhaften Gehorsam und das Befolgen von Befehlen möglich.

Es ist schon schlimm genug, dass einem Menschen wie Petersen – der sich durch nicht_Sabotage und nicht_Desertation den Kriegstreibenden frei und willig zur Verfügung gestellt hat – ein öffentliches Podium geboten wird. Bei seinen Gastgebern, den schlagenden Teuten, deren Motto „Ehre, Freiheit, Vaterland“ lautet, ist davon auszugehen, dass es zu Geschichtsrevisionismus und anderen Scheußlichkeiten kommen wird.***

Das Bild des tapfer kämpfenden Wehrmachtssoldaten, der von den Massentötungen, den Konzentrationslagern und vielen anderen Kriegsverbrechen nichts gewusst haben will, soll unter dem Deckmantel historischer Aufarbeitung weiter verfestigt werden – nur so wird dem heroisch, ehrenhaften Männlichkeitsbild der Burschen entsprochen – und nur darüber definieren sie sich als Elite: weiß, männlich, deutsch, akademisch.

Nichts da! Denn: Niemand hat das Recht zu gehorchen – auch und vor allem nicht Burschen mit Käppchen, Schärpe und Säbel bei denen rechtsradikale Positionen keine Einzelmeinungen sind.

Kundgebung für eine Gesellschaft weit weg von „Ehre, Freiheit, Vaterland“ und Rassismus. Gegen Junge Burschen und Alte Herren. Männerbünde auflösen – die Restscheiße angehen.

Sonntag, 6.11., 15 Uhr
Moltkestraße 31

Hintergründe: de.indymedia.org

* Hannah Arendt
** so genannt weil der Ausdruck “Zeuge” die aktive Täterschaft unterschlägt
*** So erwähnen sie in der eigenen Ahnentafel ihrer Internetpräsenz nicht ohne Stolz Erich Topp (1914 – 2005) als „dritterfolgreichsten U-Boot-Kommandanten“ des 2. Weltkrieges, der auch nach dem Krieg als Admiral der Bundesmarine tätig war, als jemanden der „das Kieler, Schleswig-Holsteinische, deutsche und sogar das Weltbild ein Stück mehr mit geprägt“ hat

Neues Kolloquiums Programm ist da!

jeah. anzuschauen/runterzuladen – VorderRückseite-
Die flyer sind im Druck, somit findet ihr sie nächste Woche auch auf den Mensatischen.




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