Archiv für Juni 2011

18.06. Zur Kritik der deutschen Islamdebatte

Romantisierung und Abwehr der „fremden Kultur“ – das sind seit langem die wichtigsten Interpretationsmuster einer Islamdebatte, in der emanzipatorische Religionskritik nur eine geringe Rolle spielt. Als die Öffentlichkeit in den neunziger Jahren begann, sich für den Islam zu interessieren, bestritten vornehmlich Politologen und Islamwissenschaftler die Debatte. Mittlerweile begnügt sich die Islamkritik meist mit Verweisen auf Artikel in der Boulevardpresse, und mit dem angeblichen Interesse an der Befreiung von Musliminnen geht oft eine Polemik gegen den Feminismus einher. Wer etwas über andere sagt, sagt immer auch etwas über sich selbst. Die Entwicklung der Islamdebatte gibt weniger über Veränderungen in islamischen Ländern oder bei muslimischen Migranten Auskunft als über den Wandel in der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Das Bedürfnis nach Abgrenzung wächst. Die Folgen der arabischen Revolte werden allerdings auch die künftige Islamdebatte prägen.

Vortrag von Jörn Schulz, Islamwissenschaftler und Redakteur der Wochenzeitung Jungle World.
Uni Kiel | Alte Mensa, kleiner Hörsaal | Olshausenstraße 40 | 18 Uhr

10./11./18.06. „Religion – Ideologie – Kritik“

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein.




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