Archiv für Januar 2011

Sam. 5.02. Finisage des Comic Monats – Hansa48 ab 14:00

Der Monat des Comics neigt sich dem Ende – soll jedoch nochmal ordentlich gefeiert werden.
Ab 14:00 wird es den ganzen Tag über neue Skizzen von Gregor Hinz und Antonia Kühns Projekt „RAKETENAUTO und GLOCKENSPIEL“ zu sehen geben – sie bringen aber auch ihre bisherigen Arbeiten mit, die bis dahin noch im Phollkomplex ausgestellt werden.
Im Kino laufen Dokumentation über Comiczeichner wie Art Spiegelman, Chris Ware, Fred, Joann Sfar, Lorenzo Mattotti oder die beiden Schöpfer von Asterix: Uderzo und Goscinny.
Es wird einen reichhaltigen Büchertisch geben, der zum lesen, stöbern und vielleicht auch kaufen einlädt.
Der Berliner Comiczeichner Andreas Michalke wird ebenfalls wieder da sein um ein klein wenig über seine ausgestellten Originale zu erzählen, seine Bücher zu signieren und abends mit seiner Plattenversteigerungsparty „Auktion/Destruktion“ einen würdigen Schlusspunkt unter unseren Monat des Comics zu setzen.
Den ganzen Tag über gibt es Kuchen sowie Kaffee und abends Vokü.

Di. 1.02. 20:00 Film über Comic Superhelden in der Hansa48

Die gezeigte Dokumentation aus dem Jahre 2003 beschäftigt sich mit der Entwicklung der amerikanischen Comic Superhelden und ihrem Werdegang der letzten 80 Jahre.
Der Film wird im Holzraum der Hansa 48, sowie im englischen Original gezeigt – leider ohne Untertitel.
Für weitere Infos checkt den Wikipedia Eintrag zum Film

Sam. 29.01. ab 12:00 in der Hansa48 – Workshop: Geschichte der italienischen (radikalen) Linken und Theorie des Operaismus

Seit jeher gilt Italien als Projektionsfläche diverser Träume und Wünsche. Für die einen sind die Strände der Adria, für andere Kunst und Kultur und wieder andere schwärmen von den kulinarischen Reizen wie Pizza, Pasta und Tiramisu. Auch die deutsche Linke schaut seit jeher gern mit träumerischem Blick gen Süden. Die Geschichte der Resistenza, die vergangene Stärke der Kommunistischen Partei, die in zahlreichen Dörfern und Städten die Bürgermeister stellte, kämpferische Gewerkschaften und häufige Streiks, besetzte Zentren und eine militante autonome Linke – praktisch alle Facetten der Linken fanden und finden in Italien, was sie hierzulande meist vermiss(t)en.

Die Einführung will von der politischen Integration der Kommunistischen Partei nach 1945 und der Entstehung einer autonomen Linken, der Phase der Stadtguerilla, etc. bis zur Herausbildung einer postautonomen Linken seit den 1990ern mit globalisierungskritischen Gruppen wie den Tutte Bianche und den Disobbedienti den historischen Verlauf der letzten Jahrzehnte skizzieren. Neben der Geschichte linker / linksradikaler Parteien und Gruppen soll aber besonders die Geschichte sozialer Bewegungen wie der feministischen Bewegung, alternativen Wohn- und Kommunikationsprojekten, etc. vorgestellt werden. Ausser dem historischen Interesse an der italienischen Autonomia wecken aktuell die Thesen post/operaistischer Theoretiker_innen das Interesse so unterschiedlicher linker Zusammenhänge wie antirassistischer und globalisierungskritischer Gruppen als auch der Debatten um Prekarisierung und Aneignung.

Um ein besseres Verständnis dieser Diskussionen zu bekommen, soll ein weiterer Schwerpunkt der Einführung auf der Präsentation der Theorie des Operaismus und Postoperaismus liegen, die seit den 1960ern in Distanz zum traditionenellen Marxismus eine originelle Neuinterpretation von Marx versuchten. So werden die wichtigsten Thesen operaistischer Theoretiker_innen wie Mario Tronti, Toni Negri, Sergio Bologna etc. und ihre Begriffe wie militante Untersuchung, Klassenzusammensetzung, Massenarbeit, Kritik der Arbeit vorgestellt. Auch postoperaistische Überlegungen um Empire und Multitude, Biomacht und immatrielle Arbeit sollen präsentiert werden. Abschließend wird noch die Kritiken am Post/operaismus bzgl. einer gewissen Revolutionsromantik und eines bisweilen traditionellen Klassenbegriffs darstellt.

Der Referent Moritz Zeiler ist Historiker und Politikwissenschaftler und Mitglied im Vorstand der Rosa Luxemburg Initiative Bremen.

Im Anschluss an den Workshop wird es eine Vokü mit (eventuell) speziell italienischen Köstlichkeiten geben, im Kino der Hansa48 zeigen wir abends die Dokumentation „Antonio Negri: eine Revolte, die nicht endet“ und in der Kneipe kann das geneigte Ohr italienischen Schlagern lauschen und Rotwein trinken.

Do. 27.01. Die Geschichte der italienischen Ultra-Bewegung

ab 18:15 – Uni Kiel: Alte Mensa, kleiner Hörsaal (Olshausenstraße 40)

Vor einigen Jahren sorgte der italienische Fußball für internationales Aufsehen, als im Februar 2007 der Polizist Filippo Raciti und im November des selben Jahres der Lazio-Fan Gabriele Sandri Opfer von Gewaltakten wurden. Diese Ereignisse nahm Giovanni Francesio, selber 25 Jahre Ultra, zum Anlass, sich mit der Geschichte der italienischen Ultras auseinander zu setzen. Daraus entstand das Buch „Tifare Contro“, das 2010 auch auf Deutsch erschienen ist.
Dieses Buch und die darin geschilderten Ereignisse bilden die Grundlage für diesen Vortrag, in dem aufgezeigt werden soll, wie die Ultras entstanden sind und wie sie sich bis heute entwickelt haben. Der Fokus liegt hierbei auf den Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Ultra-Gruppierungen untereinander und mit der Polizei. Außerdem werden die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Gewalt ergriffen worden sind, näher betrachtet. Dabei werden auch einzelne Passagen aus „Tifare Contro“ zitiert.

Bestellmöglichkeit für Francesio, Giovanni: Tifare Contro – Eine Geschichte der italienischen Ultras

Blog des Übersetzers der deutschen Ausgabe von „Tifare Contro“ mit einigen Texten zu italienischem Fußball und Ultras

Do. 20.01. Ole Frahm: Maskierung, Verdoppelung, Spaltung, Enthauptung, Zerstückelung. Politiken der Comics

Der Vortrag beginnt um 18:15 und findet statt im kleinen Hörsaal der Alten Mensa an der CAU Kiel (Olshausenstraße 40)

Die Geschichte der Comics ist eine Geschichte parodistischer Aneignungen. Mickey Mouse eignet sich die Geste des ‚blackface‘ an, in der sich Weiße afro-amerikanische Kultur angeeignet haben. Zeichner von Sex-Comics der dreißiger Jahre zeichnen Disneys saubere Maus beim Coitus mit Minni und beginnen damit eine Serie auch formaler Parodien
über Mickey Rodent bis zu den Funny Air Pirates. Mickey Mouse läßt sich nicht köpfen, sondern nur wiederholen. Die mainstream und underbround verbindende Ästhetik der Comics ist voller Spaltungen, Doppelgängern und Zerstückelungen, die der Vortrag mit in Deutschland wenig beachteten Material belegen wird.

Ole Frahm ist neben seiner Lehrtätigkeit an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel Mitglied der Gruppe LIGNA, die unter anderem eine Sendung im Freien Sender Kombinat (FSK) Hamburg gestaltet. Ole hat dieses Jahr das Buch „Die Sprache des Comics“ veröffentlicht, in dem er die Entwicklung des Comics politisch diskutiert.

Freerk Huisken: Wieso, weshalb, warum macht die Schule dumm! [ACHTUNG geänderter Raum]

Audimax Hörsaal A, 18.01.11, Beginn 19 c.t.
in Kooperation mit der GEW Schleswig- Holstein

Ausbildung macht dumm. Das steht nicht für ein Versagen von Schule und Universität, sondern das gehört zu den Auf­trägen des hiesigen Bildungssystems. Dummheit, was ist das? Es fällt nicht unter Dummheit, wenn man die Rechtschreibung nicht be­herrscht, nur schlecht lesen und rechnen kann oder die Nebenflüsse des Rheins nicht kennt. Das ist fehlendes Wissen, das kann man sich aneignen. Besser: das könnte man sich aneignen, wenn das Schulwesen tatsächlich das Anliegen verfolgen würde, den Nachwuchs solide in die „Kulturtechniken“ einzuführen und ihm gediegenes Wissen über Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Tut es aber nicht.

Unter Dummheit fällt dagegen ziemlich viel von dem was man lernt, und zwar als Hauptschüler wie als Gymnasiast und als Student. Es fällt darunter die Ausstat­tung der Jugend mit einer Fülle falscher Urteile über Gott und die Welt. Das liegt nicht daran, dass sich Schulbuchverfasser und Lehrer ein­fach nur irren, wenn sie die Schüler mit ihren Lehren über Demokratie und Faschismus, über Geld und Markt, über Fa­milie und Staat traktieren. Das tun sie auch. Aber das trifft nicht die Sache. Dafür sind die Dummheiten viel zu resistent gegen Argumente und haben bereits zu viele Jahrzehnte in Schulbüchern überdauert. Die frühzeitige An­eignung einer gehörigen Portion Dummheit braucht es vielmehr für die geistige Ausstattung des mündigen Bürgers. Gefordert ist sie für Leistungen, die hierzulande ständig gefordert sind: nämlich für die freiwillige Unterordnung unter alle Zwänge und Sachzwänge dieser Gesellschaft. Dummheit ist parteiliches Denken. Zu dem gehört auch all das, was man in der Schule über Noten und Leistungsvergleiche lernt: (mehr…)




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