13.11. Veranstaltungstag Kritische Theorie

13. 11. | Alte Mensa | kl. Hörsaal | Olshausenstraße 40 | 11 Uhr
Workshop: Kritische Theorie – gestern und heute
Oliver Barth, Jan Sparsam (Bremen)

Die Kritische Theorie der „Frankfurter Schule” mit ihren schillernden Vertretern wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse, war weltweit eine der Hauptreferenzen der Studentenunruhen der 1960er Jahre und ging so in die Gründungsakte der Neuen Linken ein. Neben einem geschichtlichen Abriss ausgehend von den Anfangsjahren des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt über das Exil in den USA sowie die Rückkehr nach Deutschland, wollen wir uns mit den kritischen Aspekten ihrer Theorie(n) auseinandersetzen. Dazu zählen u.a. die begrifflichen Beweggründe für die berühmte Trennung von‚ traditioneller und kritischer Theorie’ und die folgen und facettenreiche Synthese von Marxismus und Psychoanalyse. Theoretischer Schwerpunkt bei der Beurteilung der Aktualität der Kritischen Theorie liegt auf Adornos späteren Überlegungen zum Problem gesellschaftlicher Totalität im Vergleich zu Marcuses Vorstellung einer emanzipatorischen Praxis. Anhand dieser Theorieelemente soll herausgearbeitet werden, warum sie bis heute Stachel
für die gesellschaftlichen Verhältnisse ist und linker Bezugspunkt bleibt.

Es sind keine Voraussetzungen zur Teilnahme nötig, Textstellen werden jeweils in der Präsentation dargestellt. Zur Einführung wird empfohlen: Michael Schwandt: Kritische Theorie zur Einführung, Stuttgart, (www.theorie.org).

13. 11. | Alte Mensa | kl. Hörsaal | Olshausenstraße 40 | 20 Uhr
„Entkorkte Flaschenpost?“ Kritische Theorie und Studierendenbewegung
Hanning Voigts (Hamburg)

Die studentische Protestbewegung der sechziger Jahre formulierte das politische Ziel einer sozialen Revolution. Viele der aktiven Studierenden in Deutschland wie den USA orientierten sich dabei an der Kritischen Theorie Herbert Marcuses und Theodor W. Adornos, die deshalb oft zu den „Vätern der Revolte“ erklärt wurden. Dabei waren beide Philosophen völlig zerstritten, was die Bedeutung der „Neuen Linken“ betraf – während Marcuse die Bewegung begrüßte, war Adorno eher skeptisch, ob sie eine progressive politische Rolle spielen würde. Anlehnend an seine Publikation zu dieser Thematik (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-10386-4) beschäftigt sich dieser Vortrag mit den politischen und theoretischen Hintergründen dieser unterschiedlichen Einschätzungen. In der Diskussion um das Verhältnis von Gesellschaft und Individuum, Emanzipation und Gewalt erweisen sich Adorno und Marcuse dabei trotz aller Gemeinsamkeiten als Antipoden, besonders in der Frage nach dem Zusammenhang von Kritischer Theorie und politischer Praxis.





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