LEISTUNGS_VERWEIGERUNGS_BLOC auf der Studi Demo am 16.10.2010

LEISTUNGS_VERWEIGERUNGS_BLOC auf der Studi Demo am 16.10.2010

Für dieses Land keinen Finger krumm …

Für den kommenden Mittwoch wird von den AStAen Lübeck, Flensburg und Kiel eine Demonstration organisiert gegen die Sparpläne der schwarzgelben Regierungskoalition. Diese Sparpläne lassen weitgehende Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich erwarten. Vor allem die Universitäten in Flensburg und Lübeck sollen massiv verkleinert werden. An der Lübecker Uni soll der Studiengang Medizin sogar komplett eingestellt werden. Soweit so beschissen.
An diesen Plänen gibt es auch nach unserer Sicht nichts Positives. Jedoch können die Begründungen für die Gegenaktionen nicht unkommentiert bleiben. So wird im Flyer „Uni-versenken … spielen WIR nicht mit“ mit dem Satz geschlossen: „Finger weg von der Zukunft Schleswig-Holsteins!“ – Soweit genauso beschissen.
Wir sehen Bildung nicht als Möglichkeit sich selbst mit einer gehörigen Menge Humankapital zu befüllen um dann auf dem Arbeitsmarkt gut gerüstet mit dem Rest in den Ring steigen zu können. Bildungsproteste begreifen wir nicht als Protest für bessere Marktchancen und Arbeitsplatzgarantie.
Sobald jedoch von einer Verminderung der zukünftigen Chancen im Zusammenhang mit Kürzungen im Bildungsbereich gesprochen wird, wird meist auch diese ökonomische Logik reproduziert.
Die Angst vor der verlorenen Zukunft gekoppelt mit dem Bezug auf Region oder Nation, ist aber kein akzeptabler politischer Weg, sondern Anfang der politischen Widerlichkeiten. Statt einer politischen Analyse wird hier auf simple Identitätskategorien zurückgegriffen, um das Thema zu popularisieren und die Volksmassen zu bewegen.

… 30 Semester Minimum !

Wir wollen diesem regionalistischen Zukunftsgedöns einen Bildungsbegriff entgegenstellen, der Bildung vom Individuum her denkt und es nicht mit Verwertung verbindet, in (nationaler) Kollektivität erdrückt oder es im Ring des Lebens alleine boxen lässt. Wir stehen auf eine solidarische Gesellschaft in der sich alle nach ihren Bedürfnissen einbringen kann.
Trotzdem gilt: Niemand möchte, dass die Unis in Lübeck und Flensburg beschnitten und/oder geschlossen werden. – Im Gegenteil viele Unis, ohne Zugangsbeschränkungen, überall – aber populistisch – regionalistische Bezüge, gepaart mit der Angst um die eigene Position im Verwertungsprozess und die Sorge um die deutsche Wirtschaft sind für uns keine politische Perspektive.
Deshalb:

Keinen Finger krumm für diese Gesellschaft – Leistungszwang verweigern – Für etwas Besseres als Schleswig Holstein !

Join the LEISTUNGSVERWEIGERUNGS- BLOC auf der Demo – 16.06.2010 14h Audimax Kiel *

akkiel.blogsport.de ____ Ak kritischer Studierender/ HSG Offene Fragen.


3 Antworten auf “LEISTUNGS_VERWEIGERUNGS_BLOC auf der Studi Demo am 16.10.2010”


  1. 1 arbeiter 16. Juni 2010 um 15:31 Uhr

    ja war echt ulkig vor allem die BURSCHIS die da fahneschwingend mitzogen. aber wetten wenn es gegen leiharbeit,ausbeutung oder krieg ne demo gibt kommt gerade mal ein firtel von leuten. haupsache patydemo und saufen.

  2. 2 arbeiter 16. Juni 2010 um 15:34 Uhr

    na die BURSCHENSCHAFT WAR AUCH DA!!

  3. 3 Stefan 17. Juni 2010 um 19:52 Uhr

    Sicher dient ein Studium primär der Erweiterung des eigenen Horizonts. Allerdings ist sekundär der Faktor Humankaptal zu betrachten. Warum studieren die Verfasser dieser Zeilen eigentlich? Weil sie später auch überleben möchten? Das machen sie dann mit einem Studium, weil es gerade so schön passt. Insgesamt finde ich Eure Begründung an den Haaren herbei gezogen. Der Faktor Wirtschaft ist leider wichtig, zumal sehr viel aus Drittmitteln kommt und selbst das ist unserem Land angeblich noch nicht mal genug. An der Drittmittelquote sollte mal was verändert werden, dann müssten wir nicht mit wirtschaftlichen Aspekten argumentieren. Forschung und Lehre wären dann frei und nicht nur an einen Mikrohaushalkt gebunden, der zur Anwerbung von Drittmitteln zwingt und somit. Aber auch das ist Geiz sehr geil. Ich würde auch gerne die Ausgaben erhöhen – mometan bin ich aber noch gerade glücklich, wenn man nicht an der Bildung spart.
    Das Ihr das dann Euren Kommilitonen zur Last legt, weil sie alle so wirtschaftlich orientiert sind, finde ich sehr makaber.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: