Werner Pomrehn: Beitrag zur Entmystifizierung der Politik

Während das politische Tagesgeschäft eine sachliche Angelegenheit ist – sind politische Ideen ideologisch begründet. Die Aufgabe der Ideologiekritik ist es, die zugrundeliegenden Interessen zu untersuchen und zu kritisieren.
In politischen Umbruchsituationen, daß sind solche, die später einmal die Geschichtsbücher füllen werden, gewinnen Myhtenbildungen über die Ideologien die Oberhand. Mythen sind die weiterwirkenden Ideen (dann entkleidet ihrer Befreiungskraft), ließe sich sagen, sobald die Idee an ihr Ende gekommen ist. Sie sind umgeschlagen in ihr Gegenteil, die Herstellung und Festigung von Herrschaft). Beispielsweise war der real existierende Sozialismus der Mythos der Emanzipation bzw. der sozialen Befreiung, wozu deren Idee verfolgt und unterdrückt werden werden mußte. Beispielsweise ist die „friedliche Revolution“ von 1989 ein Mythos, an den sich anknüpfen ließe, wenn die Idee die seinerzeit die Oberhand gewonnen hat, ihres Interesses überführt wäre.
Soziale Bewegungen bedienen sich und werden getragen von Mythenbildungen, sobald sie sich im Niedergang befinden („weißt Du noch?….“). Politischer Symobolismus tritt an die Stelle der politischen Handlung, damit verlieren Bewegungen ihre Einwirkungs- und Veränderungskraft.
Die Macht der Symbole geht an das gegnerische Lager über – es fehlte die Idee, wo es an der Analyse mangelte.
Am Mittwoch Abend erwartet uns eine Betrachtung dieser Grundaussagen anhand einiger, vielleicht zweier Beispiele aus aktuellen „autonomen Bewegungen“ sowie der revolutionären Situation im Iran.
Anknüpfend auch an das erste Referat beim AKKiel, Intervenierende Gegenöffentlichkeit, hier „das Zeichen“ sowie „konkretes intervenieren im Apparat der Medien“.

Literatur:
Bevc, Tobias: Kulturgenese als Dialektik von Mythos und Vernunft. Ernst Cassirer und die Kritische Theorie. Würzburg 2006
Hörbeispiele:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=28715
(Zur Situation im Iran)

Iran: Analyse und Geschichte; deutsche Politik und Interessen:

Werner Pomrehn und Roger Behrens im Gespräch über den „Mythos“


1 Antwort auf “Werner Pomrehn: Beitrag zur Entmystifizierung der Politik”


  1. 1 AQ 24. Juni 2009 um 21:48 Uhr

    Danke für den Vortrag. Mal einige neue Perspektiven.

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