Comments on: „Nein, nein, das ist nicht der Marxismus“ http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/ Für eine Aneignung von Kritik. Thu, 20 Feb 2020 18:57:06 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: moi-même http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-404 Tue, 06 Oct 2009 09:52:00 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-404 classless kulla und istari lasterfahrer haben übrigens den spruch "nein nein, das ist nicht der kommunismus" nicht selbst erfunden, sondern von der großartigen bini adamczak geliehen. aus ihrem buch "kommunismus". nur mal so als information... classless kulla und istari lasterfahrer haben übrigens den spruch „nein nein, das ist nicht der kommunismus“ nicht selbst erfunden, sondern von der großartigen bini adamczak geliehen. aus ihrem buch „kommunismus“. nur mal so als information…

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by: josef ackermann http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-21 Sun, 18 Jan 2009 14:33:46 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-21 das problem bleibt bestehn: wohin mit der moral? sind 250 jahre aufklärung nur ein beiläufiges geplänkel der wirtschaftlichen entwicklung gewesen? es drängt sich der eindruck auf, dass es eine "nicht personalisierte kapitalismus kritik" nur geben könnte, wenn alle subjekte gestrichen werden. liegt wahrscheinlich an der fixierung auf foucault. nun ist die bürgerliche vorstellung von gerechtigkeit und freiheit sicherlich in vielerlei hinsicht zu kritisieren, aber dennoch: sie ist verinnerlicht, und steht als abstraktes denksystem rationalen marktwirtschaftlichen abläufen durchaus mal entgegen, anstatt sie lediglich zu befördern. dass das alles in fürchterliche ideologien umschlagen kann, keine frage, doch der punkt ist der, dass sich prozesse innerhalb einer vom bürgerlichen individualismus erfassten gesellschaft, in denen solche dynamiken wie etwa die globalisierung wirken, nicht gänzlich durch starre erklärungsmuster wie das marxistische oder auch das foucaultsche erklären lassen. denn dieser individualismus ist tatsächlich möglich geworden, er wird massenhaft eingefordert, und jedesmal subjektiv geprägt. der wert der unabhängigkeit, der abgrenzung, wissensdurst, soziale bedürfnisse, sind heute gesellschaftliche fixpunkte. die bedingungen für das bewusstsein durch den für marxistInnen übermächtig erscheinenden "fetsichcharakter der ware" wirken eben nicht dermaßen zentral, sondern eher im zusammenspiel mit vieleren weiteren faktoren; und während religiöse einflüsse zum substrat abschmelzen, übernehmen sich immer mehr verwirklichende werte des bürgerlichen individualismus wichtige funktionen. somit kann eine kritik an gesellschaftlichen abläufen, in denen schlagwörter wie "ungerechtigkeit" oder "unterdrückung" vorkommen, innerhalb eines ganz anderen bewertungssystems stattfinden, als dem, was dem ganzen marxisitischen debatierclub vorschwebt. die marxisten, von antiimp bis antiD, denken ja, dass eine kritik unweigerlich in ihrem ökonomischen system verortnet werden muss, um sie dann - von den unterschiedlichen marxistischen standpunkten aus - als zutreffend oder eben nicht beurteilen zu können. die ethik, moral, wie auch immer, die z.B. entlassene zeitarbeiterInnen aus der automobilindustrie, und dazu vllt. noch sich solidarisierende menschen antreibt, ist daher evtl. einfach mal eine grundsätzliche, und nicht mehr- also weder personalisierte kapitalismuskritik, noch proletarischer kampf gegen die ausbeutung, und auch nicht unbedingt der letzte todesschrei der sozialstaatlichkeit. hier geht es vllt. einfach mal darum, dass SUBJEKTE, wenn mensch denn davon ausgeht, dass es sie gibt, sich sagen, dass sie entgegen der sich verselbstständigten gesellschaftlichen prozesse handeln wollen, aus einem eigenen individualismus heraus, in dem sich natürlich vieles widerspiegelt, aber von dem ganzen muss der warenfetischismus nicht zwingend eine übergeordnete rolle spielen. vielleicht aber fehlt mir auch einfach mal eine schlüssige darlegung, wie bitte die "nicht personalisierte kapitalismuskritik" aussehen soll. mir erscheint alles, was in diese richtung geht, als ein autoritäter weltanschaulicher rückschritt um über 200 jahre. der primat der ökonomie über den menschen, womit vllt. die kaste der intellektuellen nur ihren herrschaftsanspruch verschleiern will. individuelles handeln wird von dritter seite mit einer abstrakten denkschablone abgeglichen. tut alles nicht weh, solange dass nicht gesellschaftlich relevant wird. ich hätte allerdings keine lust auf eine gesellschaft, die den menschen systematisch ihre durch den kapitalismus hervorgerufenen denk- und handlungsweisen austreiben will, die zwanghaft allem, was ich tue, als grundlage unterstellt wird. das problem bleibt bestehn: wohin mit der moral? sind 250 jahre aufklärung nur ein beiläufiges geplänkel der wirtschaftlichen entwicklung gewesen? es drängt sich der eindruck auf, dass es eine „nicht personalisierte kapitalismus kritik“ nur geben könnte, wenn alle subjekte gestrichen werden. liegt wahrscheinlich an der fixierung auf foucault. nun ist die bürgerliche vorstellung von gerechtigkeit und freiheit sicherlich in vielerlei hinsicht zu kritisieren, aber dennoch: sie ist verinnerlicht, und steht als abstraktes denksystem rationalen marktwirtschaftlichen abläufen durchaus mal entgegen, anstatt sie lediglich zu befördern. dass das alles in fürchterliche ideologien umschlagen kann, keine frage, doch der punkt ist der, dass sich prozesse innerhalb einer vom bürgerlichen individualismus erfassten gesellschaft, in denen solche dynamiken wie etwa die globalisierung wirken, nicht gänzlich durch starre erklärungsmuster wie das marxistische oder auch das foucaultsche erklären lassen. denn dieser individualismus ist tatsächlich möglich geworden, er wird massenhaft eingefordert, und jedesmal subjektiv geprägt. der wert der unabhängigkeit, der abgrenzung, wissensdurst, soziale bedürfnisse, sind heute gesellschaftliche fixpunkte. die bedingungen für das bewusstsein durch den für marxistInnen übermächtig erscheinenden „fetsichcharakter der ware“ wirken eben nicht dermaßen zentral, sondern eher im zusammenspiel mit vieleren weiteren faktoren; und während religiöse einflüsse zum substrat abschmelzen, übernehmen sich immer mehr verwirklichende werte des bürgerlichen individualismus wichtige funktionen.
somit kann eine kritik an gesellschaftlichen abläufen, in denen schlagwörter wie „ungerechtigkeit“ oder „unterdrückung“ vorkommen, innerhalb eines ganz anderen bewertungssystems stattfinden, als dem, was dem ganzen marxisitischen debatierclub vorschwebt. die marxisten, von antiimp bis antiD, denken ja, dass eine kritik unweigerlich in ihrem ökonomischen system verortnet werden muss, um sie dann – von den unterschiedlichen marxistischen standpunkten aus – als zutreffend oder eben nicht beurteilen zu können. die ethik, moral, wie auch immer, die z.B. entlassene zeitarbeiterInnen aus der automobilindustrie, und dazu vllt. noch sich solidarisierende menschen antreibt, ist daher evtl. einfach mal eine grundsätzliche, und nicht mehr- also weder personalisierte kapitalismuskritik, noch proletarischer kampf gegen die ausbeutung, und auch nicht unbedingt der letzte todesschrei der sozialstaatlichkeit. hier geht es vllt. einfach mal darum, dass SUBJEKTE, wenn mensch denn davon ausgeht, dass es sie gibt, sich sagen, dass sie entgegen der sich verselbstständigten gesellschaftlichen prozesse handeln wollen, aus einem eigenen individualismus heraus, in dem sich natürlich vieles widerspiegelt, aber von dem ganzen muss der warenfetischismus nicht zwingend eine übergeordnete rolle spielen.
vielleicht aber fehlt mir auch einfach mal eine schlüssige darlegung, wie bitte die „nicht personalisierte kapitalismuskritik“ aussehen soll. mir erscheint alles, was in diese richtung geht, als ein autoritäter weltanschaulicher rückschritt um über 200 jahre. der primat der ökonomie über den menschen, womit vllt. die kaste der intellektuellen nur ihren herrschaftsanspruch verschleiern will. individuelles handeln wird von dritter seite mit einer abstrakten denkschablone abgeglichen. tut alles nicht weh, solange dass nicht gesellschaftlich relevant wird. ich hätte allerdings keine lust auf eine gesellschaft, die den menschen systematisch ihre durch den kapitalismus hervorgerufenen denk- und handlungsweisen austreiben will, die zwanghaft allem, was ich tue, als grundlage unterstellt wird.

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by: th3o http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-20 Sat, 17 Jan 2009 03:08:31 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-20 Naja, das ist eben die ewige Leier des GSP (gegenstandpunkt), kennt man mittlerweile auch schon. Alle Kritik, die nicht mit einer empörten und überemotionalisierten Haltung gegenüber Staat und bösen Kapitalisten endet, diese Kritik hat der Ansicht des GSP nach den Untersuchungsgegenstand sowieso verfehlt und Karl Marx und sein "Kapital" erst gar nicht verstanden. Dass sich dabei nicht einmal bemüht wird zu sehen, dass die Handlungsanleitungen des jungen Marx beim alten Marx schon lange nicht mehr vorkommen (zumal die Theorie der Entfremdung oder die teils naiven Forderungen aus dem Kommunistischen Manifest oder die emphatischen Feuerbachthesen (besonders die 11te)) ist die Regel beim GSP. Verstörend ist auch, dass der Staat allem Anschein nach, wenn es nach dem GSP gehen soll, nicht aus Menschen besteht, die selber vom Fetisch getrieben werden und nur aufgrund des Fetisch das tun was sie tun und das verordnen was sie verordnen, sondern der Staat ist beim GSP wohl ein hypostasiertes böses Subjekt. Das, frei nach Marx, "verzauberte" und "phantastische" Denken des GSP ist also entsprechend der Überzeugung, dass mit einer Abschaffung des Staates auch zugleich die Kapitallogik gebrochen wäre. Mit Nichten...but nice try. Naja, das ist eben die ewige Leier des GSP (gegenstandpunkt), kennt man mittlerweile auch schon.
Alle Kritik, die nicht mit einer empörten und überemotionalisierten Haltung gegenüber Staat und bösen Kapitalisten endet, diese Kritik hat der Ansicht des GSP nach den Untersuchungsgegenstand sowieso verfehlt und Karl Marx und sein „Kapital“ erst gar nicht verstanden. Dass sich dabei nicht einmal bemüht wird zu sehen, dass die Handlungsanleitungen des jungen Marx beim alten Marx schon lange nicht mehr vorkommen (zumal die Theorie der Entfremdung oder die teils naiven Forderungen aus dem Kommunistischen Manifest oder die emphatischen Feuerbachthesen (besonders die 11te)) ist die Regel beim GSP.
Verstörend ist auch, dass der Staat allem Anschein nach, wenn es nach dem GSP gehen soll, nicht aus Menschen besteht, die selber vom Fetisch getrieben werden und nur aufgrund des Fetisch das tun was sie tun und das verordnen was sie verordnen, sondern der Staat ist beim GSP wohl ein hypostasiertes böses Subjekt. Das, frei nach Marx, „verzauberte“ und „phantastische“ Denken des GSP ist also entsprechend der Überzeugung, dass mit einer Abschaffung des Staates auch zugleich die Kapitallogik gebrochen wäre. Mit Nichten…but nice try.

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by: nonono http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-19 Thu, 15 Jan 2009 23:38:27 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-19 zu Helden Karl Lektütetipp dann aber auch noch die Ergänzung: http://www.classless.org/2008/08/24/gegenstandpunkt-vs-michael-heinrich/ zu Helden Karl Lektütetipp dann aber auch noch die Ergänzung:

http://www.classless.org/2008/08/24/gegenstandpunkt-vs-michael-heinrich/

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by: josef ackermann http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-18 Thu, 15 Jan 2009 21:43:13 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-18 bla bla, marx sieht den kapitalismus nunmal rational als system. die personalisierungs bzw. personifikationsdebatte ist trotzdem haarsträubend, besonders wenn da immer auf den karl geschaut wird. dieser hat nämlich, th3o, im "kapital" durchaus beides gemacht, sogar zusammen: moralisiert beispiele für die besonders bekämpfenswerten exemplare der bourgeoisie, wie sich in der aktuellen "analyse und kritik" nachlesen lässt. warum diese zeilen immer ignoriert werden, weiß ich nicht, genauso wenig, warum die kritik an der personalisierung unbedingt durch marx gedeckt sein muss. vor allem, weil die ganze kommie chose doch spätestens mit dem politischen zweck v.a. des kommunistischen manifests auf die absolute trennung in revolutionäres subjekt und ausbeutende hinausläuft: zum einen diejenigen, die mit marx die wirklichkeit erkennen und die geschichte neu schreiben, zum anderen die jenigen, die den platz der untergegangenen herrscher und unterdrücker übernehmen. dieser historische determinismus beinhaltet doch die krasseste form von authoritärer festschreibung und stigmatisierung von denkrichtungen, sozialen schichten bis hin zu bestimmten funktionsträgern. eine konsequente negierung von personalisierung von kapitalismus kritik wäre zumindest die abkehr von marxistischen denkmustern, wenn es überhaupt eine kapitalismus kritik geben kann, die ohne strukturen auskommt, in denen nicht eine bestimmte soziale gruppe, entscheidungsträger, profiteure des bestehenden möglicherweise zu erklärungen von missständen herangezogen werden. nun bleibt die frage, was mensch überhaupt will. politik findet halt außerhalb von denkgebäuden und elfenbeintürmen statt, und es hat seinen grund, warum in unserer kapitalistischen wirklichkeit traditionelle identitäten - zum teil kann man sagen: zum glück - zerstört oder mindestens durcheinander gewürfelt werden, um sie dann wieder neu zusammenzusetzen, und so strukturen der verteilung von ressourcen zu rechtfertigen und zu verewigen. im klartext: wenn klima flüchtlinge, arbeitsmigrantInnen (die in ihrer erscheinungsform etwas wesentlich anderes sind als migrantInnen in vorkapitalistischen gesellschaften), auf der anderen seite kreative lifstyle-medien studenten yuppies oder- aufgepasst, es wird gesagt, denn es gibt sie nunmal wirklich - aktionärsdynastien usw. wenn all diese neuartigen sozialen schichten nunmal die erscheinungsform des kapitalismus ausmachen, welche positon nimmt denn dann der klimaflüchtling gegenüber dem studentischen mode yuppie ein? in die sicht eines mittellosen, illegalisierten arbeitsmigranten hineinversetzt: wie ist seine stellung zum BKA sonderkommissar gegen illegale einwanderung? auf der ebene der depersonalisierten kapitalismus kritik? wohl kaum. und auch wenn natürlich jeder konzern nach den selben marktwirtschaftlichen zwängen handeln muss, bla bla, schon verstanden: wieso ist soll die wut von entlassenden arbeiterInnen auf die spitze eines rekordprofite einfahrenden konzerns im angesichts des entlassungsscheins verfehlt sein? marx, den ich äußerst kritisch sehe, aber trotzdem, der würde den arbeiterInnen bestimmt nicht erzählen, sie sollten sich mal wieder abregen und sich mit den studierenden der nächsten uni zusammentun, um zu überlegen, wie mensch dieses system ohne jeden groll auf funktionsträger umwälzen kann. weil solche - ja nunmal in form von regierenden und managenden - ja leider real existierenden funktionsträger eine umwälzung, wenn sie einmal die ungerechtigkeit des systems verstanden haben, bestimmt ohne weiteres zulassen würden? ich glaube, die depersonalisierungsdebatte führt in tausend richtungen, und geht somit an dem eigentlichen anliegen vorbei. antisemitische strukturen müssen an konkreten fällen des antisemitismus benannt und bekämpft werden, und nicht in einer metaphsysischen gedankenschlacht. bla bla, marx sieht den kapitalismus nunmal rational als system. die personalisierungs bzw. personifikationsdebatte ist trotzdem haarsträubend, besonders wenn da immer auf den karl geschaut wird. dieser hat nämlich, th3o, im „kapital“ durchaus beides gemacht, sogar zusammen: moralisiert beispiele für die besonders bekämpfenswerten exemplare der bourgeoisie, wie sich in der aktuellen „analyse und kritik“ nachlesen lässt. warum diese zeilen immer ignoriert werden, weiß ich nicht, genauso wenig, warum die kritik an der personalisierung unbedingt durch marx gedeckt sein muss. vor allem, weil die ganze kommie chose doch spätestens mit dem politischen zweck v.a. des kommunistischen manifests auf die absolute trennung in revolutionäres subjekt und ausbeutende hinausläuft: zum einen diejenigen, die mit marx die wirklichkeit erkennen und die geschichte neu schreiben, zum anderen die jenigen, die den platz der untergegangenen herrscher und unterdrücker übernehmen. dieser historische determinismus beinhaltet doch die krasseste form von authoritärer festschreibung und stigmatisierung von denkrichtungen, sozialen schichten bis hin zu bestimmten funktionsträgern.
eine konsequente negierung von personalisierung von kapitalismus kritik wäre zumindest die abkehr von marxistischen denkmustern, wenn es überhaupt eine kapitalismus kritik geben kann, die ohne strukturen auskommt, in denen nicht eine bestimmte soziale gruppe, entscheidungsträger, profiteure des bestehenden möglicherweise zu erklärungen von missständen herangezogen werden.
nun bleibt die frage, was mensch überhaupt will. politik findet halt außerhalb von denkgebäuden und elfenbeintürmen statt, und es hat seinen grund, warum in unserer kapitalistischen wirklichkeit traditionelle identitäten – zum teil kann man sagen: zum glück – zerstört oder mindestens durcheinander gewürfelt werden, um sie dann wieder neu zusammenzusetzen, und so strukturen der verteilung von ressourcen zu rechtfertigen und zu verewigen. im klartext: wenn klima flüchtlinge, arbeitsmigrantInnen (die in ihrer erscheinungsform etwas wesentlich anderes sind als migrantInnen in vorkapitalistischen gesellschaften), auf der anderen seite kreative lifstyle-medien studenten yuppies oder- aufgepasst, es wird gesagt, denn es gibt sie nunmal wirklich – aktionärsdynastien usw. wenn all diese neuartigen sozialen schichten nunmal die erscheinungsform des kapitalismus ausmachen, welche positon nimmt denn dann der klimaflüchtling gegenüber dem studentischen mode yuppie ein? in die sicht eines mittellosen, illegalisierten arbeitsmigranten hineinversetzt: wie ist seine stellung zum BKA sonderkommissar gegen illegale einwanderung? auf der ebene der depersonalisierten kapitalismus kritik? wohl kaum. und auch wenn natürlich jeder konzern nach den selben marktwirtschaftlichen zwängen handeln muss, bla bla, schon verstanden: wieso ist soll die wut von entlassenden arbeiterInnen auf die spitze eines rekordprofite einfahrenden konzerns im angesichts des entlassungsscheins verfehlt sein? marx, den ich äußerst kritisch sehe, aber trotzdem, der würde den arbeiterInnen bestimmt nicht erzählen, sie sollten sich mal wieder abregen und sich mit den studierenden der nächsten uni zusammentun, um zu überlegen, wie mensch dieses system ohne jeden groll auf funktionsträger umwälzen kann. weil solche – ja nunmal in form von regierenden und managenden – ja leider real existierenden funktionsträger eine umwälzung, wenn sie einmal die ungerechtigkeit des systems verstanden haben, bestimmt ohne weiteres zulassen würden? ich glaube, die depersonalisierungsdebatte führt in tausend richtungen, und geht somit an dem eigentlichen anliegen vorbei. antisemitische strukturen müssen an konkreten fällen des antisemitismus benannt und bekämpft werden, und nicht in einer metaphsysischen gedankenschlacht.

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by: Karl Heinrich http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-17 Thu, 15 Jan 2009 12:34:19 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-17 <a href="http://www.schattenblick.de/infopool/medien/altern/gege0164.html">Lektütetipp</a>: Wie man "Das Kapital" nicht schon wieder neu lesen sollte. Zur Kritik der "Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie" von Michael Heinrich Lektütetipp: Wie man „Das Kapital“ nicht schon wieder neu lesen sollte. Zur Kritik der „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ von Michael Heinrich

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by: th3o http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-16 Thu, 15 Jan 2009 11:04:46 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-16 Also zunächst mal: Zum Aspekt der Personifizierung: Marx schreibt selbst im Vorwort zur ersten Auflage, dass er keineswegs das Kapital direkt an bestimmte Personen festmachen will. Dazu Zitat: "Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse ein Wort. Die Gestalten von Kapitalist und Grundeigentümer zeichne ich keineswegs in rosigem Licht. Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen. Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag." (Marx-Engels-Werke, Bd. 23, berlin 1968, 17.) Vor allem mit dem Verweis auf das Nicht-verantwortlich-machen des einzelnen sollte die Frage ob "Personifizierung" ja/nein beantwortet sein. Den Fetisch kann man sich als eine Art "mystische" Sphäre vorstellen, die über die Menschen (egal ob Kapitalist oder Beschäftigter) waltet. Das sind die undurchschauten Beziehungen zwischen den Menschen, die sich als versachlichte (also in Waren abgebildete) Verhältnisse spiegeln und sich dann den Menschen als natürliche Eigenschaften der von ihnen geschaffenen Gegenstandswelt präsentieren. Durch diese Art der Verselbständigung den Menschen gegenüber können diese Verhältnisse sich reproduzieren weil die Menschen ihr Bestehen als einen irgendwie notwendigen Naturzusammenhang verstehen und blind dem Zwang der Verwertung, zumal derjenigen Verwertung der eigenen Arbeitskraft, folgen. Ein gutes Beispiel für diesen Fetisch ist die Ware als "sinnlich-übersinnliches" Ding. Das meint, dass sie in sich sowohl Gebrauchswert beinhaltet als auch Tauschwert. Der Tauschwert aber ist überhaupt nicht greifbar. Der Gebrauchswert hingegen schon, nämlich indem etwas mit diesem Ding gemacht werden kann. An dieser Stelle sei dazu auch Michael Heinrich zitiert, der am 4.2. selbst als Referent beim Kolloquium zugegen sein wird. "Gegenüber den Junghegelianern hatte sich Marx in der Deutschen Ideologie über ihre Auffassung, die Menschen würden von Abstraktionen beherrscht, lustig gemacht. Jetzt muss er zugeben, dass dies in gewisser Hinsicht doch zutreffend ist: die Menschen werden davon beherrscht, dass ihre Arbeitsprodukte „Werte“ sind, dass es sich nicht nur um Gebrauchsgegenstände, sondern zugleich um Wertgegenstände handelt, wobei der Wert einerseits nirgendwo zu fassen ist, weshalb sich die Waren als „sinnlich-übersinnliche“ Dinge (MEW 23, 86) erweisen, dieser nicht fassbare Wert aber zugleich eine sinnlich greifbare Existenz im Geld besitzt. All dies betätigt sich, wie Marx metaphorisch schreibt, „im Naturinstinkt der Warenbesitzer“, d.h. die Warenbesitzer folgen den Gesetzen der Warennatur, ohne sich über diese Gesetze im Klaren zu sein. Die Warenbesitzer folgen in ihren ökonomischen Handlungen (und, wie sich anhand der Lohnform zeigen lässt, auch in den ethischen Bewertung dieser Handlungen) einer Rationalität, die ihnen durch die ökonomische Struktur der Gesellschaft vorgegeben ist, einer Rationalität, die ihnen als ganz natürlich erscheint, so widersinnig sie sich bei näherer Analyse auch zeigen mag. Die Agenten der kapitalistischen Produktionsweise (und zwar alle: Herrschende und Beherrschte), so Marx am Ende des dritten Kapital-Bandes leben in einer „verzauberten, verkehrten und auf den Kopf gestellten Welt“ (MEW 25, 838), sie unterliegen den Fetischismen und Mystifikationen, die von den ökonomischen Verhältnissen hervorgebracht werden." (von: www.oekonomiekritik.de -&#62; Weiterführendes -&#62; Artikel von Heinrich: "Praxis und Fetischismus. Eine Anmerkung zu den Marxschen Thesen über Feuerbach und ihrer Anwendung") Also zunächst mal:

Zum Aspekt der Personifizierung:
Marx schreibt selbst im Vorwort zur ersten Auflage, dass er keineswegs das Kapital direkt an bestimmte Personen festmachen will. Dazu Zitat:

„Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse ein Wort. Die Gestalten von Kapitalist und Grundeigentümer zeichne ich keineswegs in rosigem Licht. Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen. Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag.“ (Marx-Engels-Werke, Bd. 23, berlin 1968, 17.)

Vor allem mit dem Verweis auf das Nicht-verantwortlich-machen des einzelnen sollte die Frage ob „Personifizierung“ ja/nein beantwortet sein.

Den Fetisch kann man sich als eine Art „mystische“ Sphäre vorstellen, die über die Menschen (egal ob Kapitalist oder Beschäftigter) waltet. Das sind die undurchschauten Beziehungen zwischen den Menschen, die sich als versachlichte (also in Waren abgebildete) Verhältnisse spiegeln und sich dann den Menschen als natürliche Eigenschaften der von ihnen geschaffenen Gegenstandswelt präsentieren. Durch diese Art der Verselbständigung den Menschen gegenüber können diese Verhältnisse sich reproduzieren weil die Menschen ihr Bestehen als einen irgendwie notwendigen Naturzusammenhang verstehen und blind dem Zwang der Verwertung, zumal derjenigen Verwertung der eigenen Arbeitskraft, folgen.
Ein gutes Beispiel für diesen Fetisch ist die Ware als „sinnlich-übersinnliches“ Ding. Das meint, dass sie in sich sowohl Gebrauchswert beinhaltet als auch Tauschwert. Der Tauschwert aber ist überhaupt nicht greifbar. Der Gebrauchswert hingegen schon, nämlich indem etwas mit diesem Ding gemacht werden kann.

An dieser Stelle sei dazu auch Michael Heinrich zitiert, der am 4.2. selbst als Referent beim Kolloquium zugegen sein wird.

„Gegenüber den Junghegelianern hatte sich Marx in der Deutschen Ideologie über ihre Auffassung, die Menschen würden von Abstraktionen beherrscht, lustig gemacht. Jetzt muss er zugeben, dass dies in gewisser Hinsicht doch zutreffend ist: die Menschen werden davon beherrscht, dass ihre Arbeitsprodukte „Werte“ sind, dass es sich nicht nur um Gebrauchsgegenstände, sondern zugleich um Wertgegenstände handelt, wobei der Wert einerseits nirgendwo zu fassen ist, weshalb sich die Waren als „sinnlich-übersinnliche“ Dinge (MEW 23, 86) erweisen, dieser nicht fassbare Wert aber zugleich eine sinnlich greifbare Existenz im Geld besitzt. All dies betätigt sich, wie Marx metaphorisch schreibt, „im Naturinstinkt der Warenbesitzer“, d.h. die Warenbesitzer folgen den Gesetzen der Warennatur, ohne sich über diese Gesetze im Klaren zu sein. Die Warenbesitzer folgen in ihren ökonomischen Handlungen (und, wie sich anhand der Lohnform zeigen lässt, auch in den ethischen Bewertung dieser Handlungen) einer Rationalität, die ihnen durch die ökonomische Struktur der Gesellschaft vorgegeben ist, einer Rationalität, die ihnen als ganz natürlich erscheint, so widersinnig sie sich bei näherer Analyse auch zeigen mag. Die Agenten der kapitalistischen Produktionsweise (und zwar alle: Herrschende und Beherrschte), so Marx am Ende des dritten Kapital-Bandes leben in einer „verzauberten, verkehrten und auf den Kopf gestellten Welt“ (MEW 25, 838), sie unterliegen den Fetischismen und Mystifikationen, die von den ökonomischen Verhältnissen hervorgebracht werden.“ (von: www.oekonomiekritik.de -> Weiterführendes -> Artikel von Heinrich: „Praxis und Fetischismus. Eine Anmerkung zu den Marxschen Thesen über Feuerbach und ihrer Anwendung“)

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by: stop http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-12 Wed, 14 Jan 2009 09:49:58 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-12 Ich würde zur Kritik an "antideutschen" Positionen folgende Texte empfehlen: http://www.isf-freiburg.org/isf/beitraege/enderwitz-quo.vadis.html http://www.reichtum-und-religion.de/konsum/konsum-node2.html Ansonsten ist meiner Meinung nach personifizierte Kapitalismuskritik nicht per se antisemitisch, allerdings weist sie gewisse Tendenzen auf. P.S: Könntet ihr Enderwitz nicht mal einladen? ;) Ich würde zur Kritik an „antideutschen“ Positionen folgende Texte empfehlen:

http://www.isf-freiburg.org/isf/beitraege/enderwitz-quo.vadis.html
http://www.reichtum-und-religion.de/konsum/konsum-node2.html

Ansonsten ist meiner Meinung nach personifizierte Kapitalismuskritik nicht per se antisemitisch, allerdings weist sie gewisse Tendenzen auf.

P.S: Könntet ihr Enderwitz nicht mal einladen? ;)

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by: th3o http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-11 Tue, 13 Jan 2009 18:30:47 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-11 @phex das war die marxistische abendschule hamburg. @thema bereits die rede von "moral" ist quatsch. wer herummoralisiert versäumt den untersuchungsgegenstand moral ist das formale begutachten einer maxime in hinsicht auf ihre mögliche verwendung als allgemeines gesetz. das problem aber ist, dass man formal kein schema von gegenstand x auch auf gegenstand y anwenden kann weil der inhalt mit der sache wechselt. moralisieren beinhaltet demnach das hypostasieren einer sache und damit das instrumentalisieren einer sache...und weiter die verdopplung der sache dadurch, dass man ihr den moralsichen schematismus auferlegen will. @phex
das war die marxistische abendschule hamburg.

@thema
bereits die rede von „moral“ ist quatsch.
wer herummoralisiert versäumt den untersuchungsgegenstand
moral ist das formale begutachten einer maxime in hinsicht auf ihre mögliche verwendung als allgemeines gesetz.
das problem aber ist, dass man formal kein schema von gegenstand x auch auf gegenstand y anwenden kann weil der inhalt mit der sache wechselt.
moralisieren beinhaltet demnach das hypostasieren einer sache und damit das instrumentalisieren einer sache…und weiter die verdopplung der sache dadurch, dass man ihr den moralsichen schematismus auferlegen will.

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by: Damit.. http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-10 Mon, 12 Jan 2009 23:13:04 +0000 http://akkiel.blogsport.de/2009/01/12/nein-nein-das-ist-nicht-der-marxismus/#comment-10 hat er sich doch nur der Mittel bedient, mit denen der ganze Bak Shalom und Jungle World AD Haufen auch immer arbeiten (Das rechtfertigt sein Verhalten natürlich nicht - Im Gegenteil). Moralische Denunziation und Hetze, statt wissenschaftlicher Analyse. Bezieht sich eure kritik auch auf diese Leute oder hat er nur verschissen, weil er nicht eure Moral teilt? hat er sich doch nur der Mittel bedient, mit denen der ganze Bak Shalom und Jungle World AD Haufen auch immer arbeiten (Das rechtfertigt sein Verhalten natürlich nicht – Im Gegenteil). Moralische Denunziation und Hetze, statt wissenschaftlicher Analyse. Bezieht sich eure kritik auch auf diese Leute oder hat er nur verschissen, weil er nicht eure Moral teilt?

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