19.11. Einführung in die Kritik der Psychatrie

Einführung in die Antipsychiatrische Theorie

Obwohl Viele selbst oder durch Freunde/Bekannte schon im Kontakt zur Institution Psychiatrie stehen und die Zahl der Betroffenen auch in der Linken eher wächst, steht das Thema weit außerhalb alltäglicher linker Szene-diskurse. Zudem ist der Umgang dominiert von Unsicherheiten und Voruteilen gegenüber sogenannten “psychisch kranken“ Menschen . Das Thema selbst darüber hinaus in den Bereich des Persönlichen gedrängt und heute selten im Zusammenhang mit Gesellschafts- und Kapitalismuskritik gesehen.

Häufig stehen die Interessen Psychiatriebetroffener, die Wert auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit legen, denen des behandelnden Personals innerhalb psychiatrischer Einrichtungen entgegen. Betroffene suchen Hilfe und vor allem Schutz und Sicherheit innerhalb psychiatrischer Einrichtung, das behandelnde Personal strebt allerdings eine möglichst effektive Bekämpfung der als krank diagnostizierten Phänomene an. Nicht selten geschieht diese Behandlung unter Anwendung von Zwang.
Die Idee des Weglaufhauses stellt eine therapeutische Alternative zu psychiatrischer Zwangsbehandlung dar ohne das Konstrukt psychischer Krankheit und die damit verbundene Stigmatisierung zu fördern oder eine Unterordnung unter eine bestimmte Diagnose zu fordern.

Im Vortrag sollen die Theorien der Antipsychiatrie einführend vorgestellt werden. Wichtige Theoretiker, wie Cooper, Laing, Szasz und Basaglia werden mit ihren Theorien besprochen und der der Psychiatrie innewohnende Bezug zum Kapitalismus aufgedeckt. Aktuelle antipsychiatrische Institutionen und Bewegungen werden erwähnt, hier mit besonderem Schwerpunkt der Praxis innerhalb des Weglaufhauses Villa Stöckle, den Ideen der Selbstverwaltung, der völligen Transparenz und der Selbstbestimmung der Bewohner.

Im Anschluss findet ein vertiefender Vortrag (im Rahmen der VoKü Schwarz-Rot) mit anschließendem gemeinsamen Essen in der Alten Meierei statt. Hier sollen vor allem noch einmal die Bezüge der Psychiatrie-Kritik zur radikalen Linken erläutert und Perspektiven zur Kritik der Psychiatrie auf dem theoretischen Hintergrund vollständiger Selbstverwaltung diskutiert werden.

Der Referent David Wichera arbeitet seit 3 Jahren im Weglaufhaus „Villa Stöckle“, der einzigen antipsychiatrischen Einrichtung in Deutschland. Er ist dort im selbstverwalteten Team als studentisch Beschäftigter tätig mit besonderem Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit.

Den gesamten Artikel findet ihr hier

Links:

Website des Weglaufhauses „Villa Stöckle“

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V.

Inititiative für ein Weglaufhaus im Saarland, LVPE Saar e.V.

Weglaufhaus-Initiative Ruhrgebiet e.V.

Anti-Psychiatrie-Verlag

einige private Psychiatrie-kritische Erfahrungsberichte und Texte





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