Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Der Philosophische Salon geht in die 6. Runde. Die Termine sind der 15. Oktober, 29. Oktober, 12. November, 26. November sowie der 10. Dezember, jeweils ein Mittwoch. Am 15. Oktober geht es um die Multiple Krise seit den Jahren 2007/2008. Der Referent ist Sebastian Klauke. In der Veranstaltung wird es darum gehen, den Begriff der Krise zu diskutieren, die wesentlichen Krisenprozesse aufzuzeigen und die aktuelle politische Situation auf europäischer Ebene darzustellen.

Weitere Informationen unter

http//www.philosophischersalon.blogsport.de

sowie das Programm

http://www.philosophischersalon.blogsport.de/images/Philo_flyer_auen_Okt.2014.pdf

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

Achtung! Achtung! 12.06.2014 19:00 Uhr in die Hansastraße 48

Am Westring nichts Neues?

Willkommen zurück zum Sommersemester. Alles wie immer: Akute Wohnraumprobleme, Sparzwang und miese Studienbedingungen…

Zumindest für ersteres hat das Studentenwerk schonmal eine Lösung entwickelt: Wer zu Semesterbeginn keine bezahlbare Wohnung findet kann im Rahmen von „Wohnen gegen Hilfe“ gegen Sorgearbeiten ein Zimmer im Altenheim beziehen. StudentInnen werden so in V erdrängungskämpfe gegen prekäre PflegehelferInnen gezwungen. Dass solche
Modelle entwickelt und angenommen werden, wundert nicht: Schon lange reicht der bezahlbare Wohnraum auch für StudentInnen in Kiel nicht
mehr aus. Klar, denn jedes Jahr kommen mehr StudienanfängerInnen an die Hochschulen Eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung hat es nicht gegeben. Ähnlich sieht es mit der
Infrastruktur aus.

An’s Kuscheln kann man sich schon im Bus gewöhnen: Überfüllte Hörsäle, in denen die Treppe noch ein komfortabler Platz ist, sind erstmal nur unbequem. Pflichtseminare mit 60 und mehr StudentInnen schaffen vieles, aber kein tolles Lernklima. Sie sind aber immer noch besser, als per Zufallsgenerator aus dem dringend benötigten Kurs zu fliegen und dann zwei Semester länger das Studium finanzieren zu müssen.

Es ist wie überall: Sparen lautet die Devise. Nur weil heute z.B. 6500 StudentInnen mehr an der Uni studieren als 2005, bedeutet das noch lange nicht, dass dafür auch nur eine neue Stelle in der Lehre geschaffen werden muss. Die Öffnungszeiten und Ausstattungen der Bibliotheken sind mehr als dürftig. Dass in manchen Hörsälen ein Teil der Sitzplätze unbrauchbar ist und manche Seminarräume besser mit Helm betreten werden, zeigt darüber hinaus einen enormen Sanierungsbedarf. Das Land Schleswig-Holstein hat halt kein Geld, heißt es durchgehend.

Dabei liegt das Problem doch eigentlich ganz anders. Die Behauptung, es gibt kein Geld für nix wird ad absurdum geführt, wenn man die Vermögensverteilung in Deutschland betrachtet: Das Nettoprivatvermö gen beträgt rund 7,5 Billionen Euro, davon besitzt allein das reichsteZehntel rund die Hälfte des Gesamtvermögens. Im Gegensatz dazu entfällt auf 50% der Menschen nur 1% des Gesamtbesitzes.Es liegt der Schluss nahe, dass sich die Logik des Sparwahns hervorragend mit der seit langem laufenden Umverteilung von unten nach oben verträgt.

Prekäre Arbeitsbedingungen treffen dabei natürlich zuallererst sozial benachteiligte Menschen: wer von uns weiß schon, was die Reinigungs- oder Mensakräfte verdienen und wie ihre Arbeitsbedingungen aussehen? Aber auch StudentInnen, die in windigen Nebenjobs ihr Studium finanzieren oder AbsolventInnen, die sich schon mal auf unbezahlte Praktika, befristete Jobs und Bezahlung unter oder Arbeit ganz ohne Tarifvertrag einstellen können.

Und während zumindest das Studium selbst früher oft als Lebensphase der Selbstfindung fungierte und Raum bot, sich auszuprobieren, stehen heute permanenter Noten- und Leistungsdruck und die schnelle und somit für die öffentlichen Kassen finanziell günstige Berufsausbildung im Zentrum: Schnell rein, straight durchstudieren, schnell raus und ab auf den Arbeitsmarkt. Aber wir wollen studieren, ohne uns kaputt zu machen, wollen keine „Lehrpläne“, sondern selbst bestimmen können, welche Veranstaltungen wir besuchen und wie lange wir studieren – ohne Sorge um die Kohle.

Wir wünschen uns gesellschaftskritische Lehre und Wissenschaft – keine bloße Reproduktion der herrschenden Ideologie.

Also alles Scheiße? Nicht mit uns! Unsere Studien- und Lebensbedingungen werden nur dann besser, wenn wir gemeinsam aktiv werden, uns in den (Uni-)Alltag einmischen und Bewegung in den Laden bringen.

Deshalb laden wir zu einem offenen Treffen am

12.06.2014 19:00 Uhr in die Hansastraße 48

28.4. Mai der Philosophinnen: Rosa Luxemburg

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Beim letzten Termin des Mai der Philosophinnen steht Rosa Luxemburg im Fokus.

Zwei Dinge machen nach Auffassung der Referentin Rosa Luxemburg für heutige politische Diskussionen relevant. Zum einen die nicht von ihr entwickelte, aber von ihr konsequent übernommene Philosophie des historischen dialektischen Materialismus. Diesen wendet sie konsequent auf die aktuellen politischen Themen ihrer Zeit an. Zum Teil sehr polemisch, inhaltlich jedoch durchaus nachvollziehbar, positioniert sie sich gegen jene, die höhere, allgemein gültige Werte zur Grundlage ihrer Politik machen. Zu diesen zählt sie unter anderem „Gleichheit“. Für Rosa Luxemburg ist Gleichheit demgegenüber kein abstraktes, ahistorisches, universelles Recht oder ein aus solchen Werten abgeleitetes, zu realisierendes Ziel, vielmehr könne die Forderung nach Gleichheit in der Politik je nach Kontext reaktionär oder progressiv sein. Es gelte daher die jeweiligen Machtverhältnisse zu analysieren und daran die politischen Ziele auszurichten und nicht nach einem universalistischen Ideal. Mit dem Hinweis auf Gleichheit werden auch heute politische Ziele begründet. Dazu werden Beispiele genannt. Wie würde Rosa Luxemburg darauf reagieren?

Zum zweiten ist auch ihr berühmtester Text, die Akkumulation des Kapitals, heute noch wert, genauer angeschaut zu werden. Darin stellt sie die These auf, dass es nirgends auf der Welt eine sich selbst genügende kapitalistische Gesellschaft mit ausschließlicher Herrschaft der kapitalistischen Produktion gegeben habe. Insbesondere die Produktion für den Selbstbedarf – heute würde man sie Subsistenzwirtschaft nennen – verkauft ihre Produkte nicht auf dem Markt. Diese nicht-kapitalistisch Produzierenden, von Rosa Luxemburg als „dritte Personen“ (neben LohnarbeiterInnen und KapitalistInnen) bezeichnet, spielen nach ihrer Auffassung ökonomisch eine entscheidende, sich zu kapitalistischen Zielen im Widerspruch befindende Rolle als Konsumentinnen und Konsumenten.
Mitte/Ende der 1970er Jahre wurde Luxemburgs Theorie von einigen Feministinnen, unter anderem von Claudia von Werlhof, auf Haus- und Beziehungsarbeit angewendet. Heute gibt es seit Neuerem innerhalb der Linken wieder eine Diskussion um feministische Ökonomie allgemein und Care-Ökonomie im Besonderen. Könnte Rosa Luxemburg heute mit ihren Thesen diese Diskussion anregen?

Diese Fragen können Leitlinien für eine Diskussion darstellen.

Referentin: Ursula G.T. Müller

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

14.05. Mai der Philosophinnen: La République des Lettres

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Der Mai der Philosophinnen im Rahmen des Philosophischen Salons geht weiter:

„It is possible that there are in the world a few women worthy of being listened to by a serious man; but, in general, is it from women that he ought to take counsel, and is there no way of honoring their sex without abasing our own?”1

Jean-Jacques Rousseau hatte offensichtlich für die französische Salonkultur der Aufklärung nichts übrig. Er hätte vielleicht auch die Einschätzung eines Historiographen der 1960er Jahre geteilt, der die gastgebenden Damen, die salonnières, als „cultivated Parisian ladies who played hostess to philosophers from all over the world“ beschrieb.2

Aus anderer Perspektive jedoch stellen sich Frauen wie Madame de Lambert, Madame du Deffand oder auch Madame de Staël als Regentinnen der «République des Lettres» dar. Sie etablierten und verfeinerten die Argumentations- und Gesprächskultur ihrer Zeit bis ins letzte Detail, lebten ein aufgeklärtes, emanzipiertes Frauenideal vor und brillierten mit Wissen, Witz und sozialen Fähigkeiten. Sie schufen den Rahmen für Diskurse, nicht für Kaffeekränzchen und öffneten damit nicht nur den Ideen der Französischen Revolution und der Aufklärung einen Raum, sondern auch dem, was heute als Ideal des herrschaftsfreien und gleichberechtigten Austauschs von Argumenten gilt. Zudem verfassten einige der salonnièren auch eigene philosophische Werke.

Kann man diese Frauen als Philosophinnen bezeichnen? Was ist Philosophie, und was macht das Philosophieren aus? Welcher Voraussetzungen bedarf der freie Gedankenaustausch und wie stell(t)en sich männliche und weibliche Rollen darin dar?

Über all dies kann gesprochen werden – im „Mai der Philosophinnen“.

1 Bloom, Allan: Politics and the Arts. Letter to M. d‘Alembert on the Theater. By Jean-Jacques Rousseau [1758] Glencoe, Illinois 1960, S. 47.
2 Gay, Peter: The Enlightenment. An interpretation, Bd. 2, New York 1966-69, S. 33. Zitiert nach: Goodman, Dana: The Republic of Letters. A cultural history of the French Enlightenment, Ithaca 1994, S. 65.

Referentin: Katia Backhaus

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

07.05. Mai der Philosophinnen: Marta Nussbaum

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Der Mai der Philosophinnen im Rahmen des Philosophischen Salons beginnt:

Martha Nussbaum ist Professorin für Ethik und Rechtswissenschaften an der Universität von Chicago und gilt als eine der einflussreichsten Philosophinnen der Gegenwart. Ihre Auszeichnungen sind ungezählt und ihre Themen vielfältig – Antike, Feminismus, Entwicklungspolitik, Theorie der Emotionen.

Und alle Themen bündeln sich, wenn sie über das gute Leben nachdenkt. Gemeinsam mit Amartya Sen entwickelte sie den sogenannten Fähigkeitenansatz („capabilities approach“). Martha Nussbaum benennt zehn Grundfähigkeiten, die uns als Menschen gemeinsam sind, wie z.B. körperliche Integrität, Entwicklung des Verstandes, der Emotionen und der Sinne, Geselligkeit, Für-sich-sein, Kontakt zur Natur und Spiel. Für Martha Nussbaum ist „ein Leben, dem eine dieser Fähigkeiten fehlt, kein gutes menschliches Leben […], unabhängig davon, was es sonst noch aufweisen mag.“ (Gerechtigkeit oder Das gute Leben, Suhrkamp 1999) Aufgabe der Politik ist es, den Menschen Möglichkeiten zu geben, diese Fähigkeiten zu leben. Ein anspruchsvoller Ansatz. Realistisch?

Was für ein Leben wollen wir führen? Was braucht der Mensch, um ein gutes Leben zu führen? Was ist Gerechtigkeit? Wie sieht es aus mit der Verteilung von Gütern? Und was ist die Rolle des Staates?

Referentin: Gaby Loebus

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

13.5. Buchvorstellung: „Streifzüge durch das rote 20.Jahrhundert“

Buchvorstellung | 13. Mai 2014 | Uni Kiel – Kleiner Hörsaal der alten Mensa (Raum 13), Ecke Westring/Olshausenstraße | Beginn 18:00 Uhr

Es sind Geschichten vom Scheitern und vom Neu-Beginnen, mit denen sich der Bochumer Historiker und Publizist Christoph Jünke in seinem neuesten Werk Streifzüge durch das rote 20.Jahrhundert auseinandersetzt.

Die Beiträge schlagen einen Bogen von der sozialistischen Klassik zu Beginn des 20.Jahrhunderts bis zum Epochenbruch am Ende desselben – von Karl Liebknecht über Victor Serge und E.P. Thompson bis Oskar Negt und Pierre Bourdieu, von den Linkssozialisten, Linkskommunisten und Trotzkisten über die heimatlose und die Neue Linke bis zur neuen zynischen Intelligenz der 1990er Jahre. Sie nähern sich der Problem- und Entwicklungsgeschichte dieser Strömungen und Individuen, die an den Rändern der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien Antworten suchten auf die Blockaden und Sackgassen der alten Arbeiter- und Emanzipationsbewegung. Stärken und Schwächen dieser Strömungen und Individuen exemplarisch herausarbeitend, begibt sich der Autor auf Spurensuche nach fortwirkenden politischen Mustern und einem unabgegoltenen Erbe, das auf dem Weg in eine mögliche Zukunft nicht vergessen werden sollte.

Christoph Jünke (geboren 1964) lebt als Historiker und Publizist in Bochum. Er ist Vorsitzender der Leo-Kofler-Gesellschaft e.V. und arbeitet am Lehrbereich Neuere Deutsche und Europäische Geschichte der Fern-Universität Hagen.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

30.4. Philosophischer Salon

Auch heute gibt es wie­der einen of­fe­nen Salon, den letzten, bevor es in der nächsten Woche dann in den Mai der Philosophinnen geht. Selbst­mit­ge­brach­te The­men kön­nen dis­ku­tiert wer­den. Oder wir phi­lo­so­phie­ren über Fra­gen, die wir du uns stel­len. Zeit und Ort wie gehabt.

23.4. Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Offener Salon

Am 23. April findet der nächste Termin statt, dieses Mal mit einem Offenen Salon.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

16.4. Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Offener Salon

Referent: Hajo Jakobs

Es wird der Film „Es gibt kein richtiges Leben im falschen – Theodor W. Adorno, Philosoph, Soziologe und Kritiker“ gezeigt und im Anschluss ins Gespräch gegangen.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung

2.4. Philosophischer Salon

Ort: FH Kiel | Bunker D | 17-19 Uhr

Offener Salon

Am 2. April findet der nächste Termin statt, erneut mit einem Offenen Salon.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung






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